Wir starten den Tag wieder einmal mit einem Spaziergang um den Hoam Kiem-See. Der Tag steht ganz im Zeichen unserer morgigen Abreise. Wir beginnen schon damit, uns von Hanoi zu verabschieden. In manchen Augenblicken fühlen wir uns fast schon heimisch hier. Selbst die Straßenhändlerinnen erkennen uns schon wieder. Die T-Shirt-Verkäuferin winkt schon wieder mit einem T-Shirt, aber muss dann schon selbst lachen. Es ist wohl eher ungewöhnlich, dass Touristen so lange am selben Ort bleiben. Die Bananenverkäuferin schmeißt sich wahrscheinlich jedes Mal, wenn sie mich sieht, weg, weil sie sich daran erinnert, dass ich erst völlig unreife, grüne Bananen haben wollte. Die CD-Verkäuferin erkennt uns auch wieder und die Souvenirverkäuferin erinnert sich bei unserem Anblick auch an den Schnapp, den sie mit uns gemacht hat.
Ich schaffe es dann noch, endlich meinen alten Rucksack loszuwerden und tausche ihn in einem Book-Exchange gegen die Kopie eines Lonely-Planet über Kambodscha. Kirsten kauft noch eine Maske als Geburtstagsgeschenk für den Michael. Wir essen unsere übliche Nudelsuppe auf der Terrasse und schauen das letzte Mal dem Treiben in den Gassen der Altstadt zu. Dann beginnt die Wartezeit und nervöses Packen. Nur wegen der monströsen Größe meines neuen Rucksacks, bringen wir schließlich alles unter. Alle nicht mehr benötigten Dinge, wie Flaschen mit Shampoo lassen wir einfach zurück. Ich habe das Gefühl, mein Rucksack würde über 20 Kilo wiegen.
Schließlich gehen wir nochmal in die Hang Gai (ja, wir können sogar schon einige Straßennamen auswendig) und holen Kirstens geänderte Kleider und für mich Schlipse. Diesmal können wir fast keinen Rabatt aushandeln. In dem Laden kommen mir die Leute auch fast schon etwas arrogant vor. Hier wird offensichtlich richtig Geld verdient und man hat es nicht mehr nötig, übermäßig freundlich zu sein, und große Nachlässe zu gewähren.
Diesen Abend speisen wir dann im Hoa Sua. Es ist wieder äußerst köstlich und wir schlemmen, was das Zeug hält. Überhaupt haben wir in diesem Urlaub fast überall sehr gut gegessen und ich befürchte, nicht nur unsere Rucksäcke haben Übergewicht.
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Als wir heimkommen, begleichen wir unsere Rechnung. Natürlich will der Typ wieder die 10% Steuer auf den ausgehandelten Preis für das Zimmer aufschlagen. Diesmal haben wir es aber schriftlich und lassen uns nicht wieder veräppeln. Ärgerlich, dass man immer so aufpassen muss bei den Hotelrechnungen.