Heimkehr |
27. Februar 2004
Aeusserst puenktlich um kurz nach 5:00 Uhr landete unsere Maschine wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen. Es war schon ungewoehnlich den Grenzbeamten bei der Passkontrolle mit "Guten Morgen" begruessen zu koennen und auch das ganze deutsche Geschnatter um uns herum irritierte uns irgendwie. Auf unser Gepaeck mussten wir eine Weile warten. Zwischendurch vermuteten wir schon, die Arbeiter seien eingeschlafen. Wir waren nun doch etwas nervoes, weil wir wussten, dass zumindest unsere Familien auf uns warten wuerden. Dann kamen unsere Rucksaecke doch ganz schnell nacheinander. Wir steuerten selbstbewusst durch die gruene Tuer des Zolls und da kamen sie schon auf uns zugestuermt. Es folgte wildes Umarmen und Druecken und zu unserer Ueberrschung waren sogar einige Leute aus dem Freundeskreis so frueh aufgestanden - wie heldenhaft. Sekt, Aeppler und Handkaes standen auch bereit und wir hatten sowieso schon trunken vor so viel Aufregung schnell einen richtigen Schwipps.
Da wir zeitlich total daneben waren, weiss ich nicht wie lange wir dort standen, aber wir wuerden uns vermutlich immer noch feiern lassen, wenn der Fruehstueckshunger nicht zum Aufbruch gedraengt haette. Als wir den Flughafen verliessen, staunten wir ueber die Schneelandschaft draussen. Nur wer schon einmal aus tropischen Gefilden in den deutschen Winter zurueckgekehrt ist, kann nachvollziehen, wie bizarr das auf uns wirkte.
Zu Hause wurde dann maechtig aufgetischt und wir schmausten Streuselkuchen, richtiges Brot mit richtiger Marmelade und richtiger Wurst und richtigem Kaese und richtigen Bretzeln. Die ersten Momente kamen wir uns in unserer Wohnung vor wie Touristen und haben allen Ernstes unsere Kaffeemaschine nicht wiedererkannt. Die muessen wir kurz vor unserer Abreise gekauft haben. Kirsten oeffnete unsere Besteckschublade und war ganz gluecklich, dass alles da ist. Fully selfcontained sage ich da nur. Beim Essen wurden wir ueber die neuesten politischen Fehlschlaege in diesem unserem Lande unterrichtet und ueberzeugten uns davon, dass es ab jetzt nur noch besser werden kann.
Als die Familie aufgebrochen war, sassen wir erstmal wie betaeubt da und fragten uns, wo wir denn jetzt mit dem Auf- und Einraeumen anfangen sollten. Wir fingen ueberhaupt nicht damit an, sondern machten erstmal einen Spaziergang in unserem Park. Schon eine Runde brachte uns so zum Keuchen und den Kreislauf ins Schleudern, dass es uns reichte. Auf 30 Grad Temperaturunterschied muss sich der Koerper erstmal einstellen. Das Telefon funktionierte natuerlich nicht und erst ein Anruf bei der Stoerungsstelle beseitigte dieses Problem. Auch der Spiegel ist entgegen der Ankuendigung noch nicht geliefert worden, was dumm ist, weil wir uns gleich mit Macht auf die News stuerzen wollten.
Danach habe ich alle digitalen Fotos auf meinen Rechner kopiert und so kann da nichts mehr anbrennen. Spaeter kamen noch Katrin und Britta mit dem kleinen Max vorbei. Wir hielten bis zur Tagesschau und noch etwas laenger durch.
Dies ist der letzte Reisebericht. Traurig aber war. Ich bin doch etwas erleichtert, nicht mehr staendig alles aufschreiben zu muessen, aber heilfroh, es so lange durchgehalten zu haben. Hiermit verabschiede wir uns von den tapferen Lesern und stehen ab sofort fuer weitere Fragen leibhaftig zur Verfuegung.