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Ankunft im Sydney Neuseelands

11. Februar 2004

Trotz unseres schoenen Zimmers zog es uns heute weiter. Schon die Morgensonne entwickelte eine solche gleissende Hitze, dass wir ohne Sonnenschirm nicht draussen fruehstuecken wollten. Beim Fruehstuecken einen Sonnenbrand holen, das fehlte ja gerade noch.

Wir fuhren die Westkueste der Coromandel Peninsula nach Sueden. Mehrere Lookouts boten postkartenreife Ausblicke auf die aeussert kurvige Kueste und die vorgelagerten Inseln. Manchmal konnte man das eine nicht mehr vom anderen unterscheiden.

Nach einer Picknickpause und vielen Foto-Stops naeherten wir uns Auckland. Erstes Indiz war die immer mehrspuriger werdende Autobahn. Dann gerieten wir prompt in einen Stau. Wie daheim.

Heute Morgen hatten wir in Coromandel, eingedenk unserer Schwierigkeiten bei der Unterkunftsuche gestern, nach einer Telefonsession endlich ein Zimmer in einem Backpackers-Hostel reserviert. Das ist das einzig Erschwingliche in der Stadtmitte. Wir hatten dabei aber erst nach einigen Versuchen Erfolg. Auch Auckland ist also total ueberlaufen. Nach den ersten Anrufen waren wir schweissgebadet, weil die Telefonzelle in der prallen Sonne stand. Mir lief tatsaechlich der Schweiss den Ruecken herunter. Dabei war es nicht einmal 10:00 Uhr! Ausserdem werden neuseelaendische Telefonzellen mit Vorliebe an den lautesten Kreuzungen aufgestellt. Wir mussten einige Male nachfragen, weil wir unser eigenes Wort nicht mehr verstehen konnten. Das liegt auch daran, dass es hier wie in allen Laendern, die wir auf unserer Reise durchquert haben, keine Laermbegrenzungen fuer Fahrzeuge zu geben scheint. Seeliges Deutschland, wo die Polizei jeden Chopper-Fahrer, der seinen Schalldaempfer ausgebaut hat, aus dem Verkehr zieht. Hier wird im Gegenteil toleriert, dass Autos mit Auspueffen gezielt lauter gemacht werden. Damit die Kiste auch bei den erlaubten 100 km/h roehrt wie ein Porsche bei 310 km/h! Natuerlich tosen auch Laster bruellend durch die Ortschaften und man muss sich schon wundern, dass manchmal tatsaechlich der Einsatz der Motorbremse untersagt wird. Dann sind da noch die Stadtbusse. Dagegen sind die Busse in Frankfurt leise wie ein Fluestern. Zum Glueck gibt es hier nicht so viele Flugzeuge wie in Alaska. Auch damit galt ja: Je lauter, desto besser. Vielleicht hoeren die hier einfach nicht so gut.

In unserem Hostel in Auckland angekommen, waren wir reichlich enttaeuscht ueber unser aeusserst karges und liebloses Zimmer. Das Fenster befand sich ueber Kopfhoehe, die Klimaanlage des Parkhauses nebenan blies fast ununterbrochen in unsere Richtung, kein Stuhl und eine einzige traurige Lampe befand sich an der Wand und der Raum war hoeher als er lang oder breit war. Eigentlich also eine Gefaengsniszelle. Der Preis hatte allerdings fast Motel-Niveau und wir hatten etwas mehr erwartet. Wir bezahlten erst einmal nur fuer eine Nacht und machten uns auf zur naechsten Telefonsession. Nach einigen Versuchen hatten wir Glueck und haben fuer die restlichen Tage jetzt ein Motelzimmer etwas weiter ausserhalb reserviert. Da wir das Auto sowieso noch bis Sonntag haben und ansonsten mit dem Bus fahren koennen, ist das absolut in Ordung. Wenn man die Kosten fuer Essen gehen und Parkhaus zusammenrechnet ist das Motelzimmer nicht einmal sehr viel teurer.

Danach schlenderten wir durch Auckland und zogen uns bei der ersten Gelegeheit ein leckeres Sushi rein. Am Hafen angekommen, entschlossen wir uns spontan zu einer Fahrt mit der Faehre zum gegenueberliegenden Devonport. Die kurze Ueberfahrt schenkte uns dann den ersten Ueberblick ueber die Skyline von Auckland, die zu den schoensten gehoert, die ich kenne. Ein kleiner Stadtkern aus Hochhaeusern kroent ein sehr elegant gestalteter Turm. Ueberall in der Stadt verteilt sieht man kleine gruene Huegel, die eindeutig vulkanischen Ursprungs sind. Einer davon steht auch in Devonport und natuerlich kletterten wir gleich hinauf. Er war zwar nur 100 Meter hoch, aber die Aussicht dort oben war einfach umwerfend. Ausser der Skyline hat man den gesamten Hafen vor sich, der sich in Form einer langezogenen Meeresbucht bis zum offenen von Inseln gesprenkelten Meer erstreckt. Das Panorama kann sich mit Sydney und Vancouver locker messen. Auckland hat etwas, soviel koennen wir schon jetzt sagen.