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Der faule Geyser

08. Februar 2004

Das war ein anstrengender Tag. Hier in Rotorua gibt es einfach viel zu viel zu tun. Es gibt eine Million thermisch aktiver Gebiete und alle kosten horrenden Eintritt. Hier kostet ueberhaupt alles Eintritt. Hier kostet sogar ein Berg in der Naehe Eintritt, weil er in Privatbesitz ist. Rotorua ist das Zentrum der Maori-Kultur auf der Nordinsel. Es gibt ein riesiges Gebiet mit einem kompletten Dorf, Versammlungshaus und allem was sonst noch so dazu gehoert. Geschickterweise ist das Gebiet in zwei Teile unterteilt, von denen jeder Eintritt kostet. Die wissen schon, wie sie die Touristen abzocken koennen.

Wir fuhren zuerst zu dem Teil des Maori-Gebiets, in dem man Zutritt zu den grosse Geysiren hatte und Mittags ein Konzert abgehalten werden sollte. Das war schon ganz beeindruckend. Zwei von den Geysiren waren bestaendig am spruehen und es qualmte, dampfte und - stank ganz entsetzlich nach verfaulten Eiern! Daneben gab es Pools mit kochendem Wasser, blubbernden Schlamm, gurgelnde Loecher und ueberall qualmte es aus Felsspalten die von weiss-gelb verfaerbten Steinen umgeben waren. Leider blieb der Himmel bedeckt und die Farben deshalb etwas blass.

Wir machten es uns auf den warmen Steinstufen vor den Geysiren bequem und warteten auf den Ausbruch des groessten der Geysiren, der 30 Meter hoch spruehen sollte. Leider hatte er heute einen schlechten Tag und nach einer Stunde trollten wir uns zum Versammlungshaus. Das Versammlungshaus, klaerte uns eine Tafel auf, sei das groesste ganz aus Holz gebaute und mit reichen Schnitzereien versehene Versammlungshaus, zu dem Nicht-Maoris Zutritt haben. Wir fuehlten uns geehrt. Eine freundliche Dame begruesste uns und die Horde anderer Touristen und dann begann die Vorstellung. Am Ende waren wir ein wenig enttaeuscht. Die kostenlosen Hula-Taenze in Waikiki am Strand hatten mehr Originalitaet als dieses etwas lieblos vorgetragene Schauspiel. Wir bekamen etwas ganz aehnliches wie Hula geboten, aber mit laengst nicht so viel Charme. Dann folgte eine Art Maori-Pop-Traellerchen, das sicher nichts mit Maori-Tradition zu tun hat. Ganz interessant war dann noch der Kriegstanz (Haka) der Maenner, aber auch dabei sprang der Funke nicht so richtig.

Natuerlich gibt es hier auch eine Menge Thermalbaeder. Wir entschlossen uns fuer fuer das Blue Bath, ein liebevoll reserviertes Bad aus den Dreissiger Jahren. Es stellte sich als etwas klein heraus. Irgendwie erwartet man immer etwas wie die Taunus-Therme, aber es war dann einfach ein mittelgrosses Becken und zwei kleine Pools mit warmem Wasser. Man konnte sich allerdings ziemlich gut entspannen, weil erstaunlicherweise wenig los war.

Natuerlich gibt es auch in Rotorua eine Gondola und natuerlich auch eine Luge. Die Luge, man erinnert sich, war die Sommerrodelbahn, die wir schon in Queenstown ausprobiert haben. Hier gibt es die groessere Version davon. Von der Bergstation der Gondola hatten wir einen schoenen Ueberblick ueber Lake Rotorua und die Stadt. Auch die Sonne siegte jetzt ueber die hartnaeckige Wolkenschicht. Das Rodel machte dann richtig Spass. Die laengste Bahn war 2 Kilometer lang und einmal war ich in einer Kurve so schnell, dass der dreiraedrige "Schlitten" nur noch auf zwei Raedern fuhr. Kirsten, die ich noch auf der ersten Runde ueberholt hatte, konnte ich auf der Zweiten schon nicht mehr einholen.

Das reichte fuer heute. Morgen schauen wir uns noch eine thermisch aktive Region an. Hoffentlich schaut ein wenig mehr Sonne heraus, denn dann kommen die Farben erst richtig zur Geltung. Es ist schon sehenswert, was die Mineralien mit Wasser und Felsen fuer ein Farbenspiel bieten. Wir werden sehen.