Das schwimmende Parkhaus |
29. Januar 2004
Heute Morgen mussten wir wieder wie gewoehnlich um 10:00 Uhr aus unserem Zimmer auschecken. Seit wir in Australien angekommen sind, ist diese Uhrzeit Gesetz. Manchmal kommen wir morgens ziemlich ins Schleudern, wenn wir mal etwas laenger schlafen. Meistens haben wir aber kein Problem damit.
Da unsere Faehre erst um 19:00 Uhr startete, mussten wir uns die Zeit vertreiben und sind ein paar Kilometer der auesserst kurvigen Strasse zurueckgefahren. Dort haben wir kurz ueberlegt, ob wir uns einen Kajak mieten, uns aber dan doch wieder fuer Wandern entschieden. Es war dann eher eine Art Spaziergang bis zu einer Bucht, in der wir es uns gemuetlich machten. Die Wespen gingen zwar zum Sturmangriff auf unsere Sandwichs ueber, aber wir futterten sie einfach so schnell, dass sie keine Chance hatten. Dann haben wir uns wieder unsere Buecher geschnappt und faul rumgelegen.
Den Rest der Zeit vertrieben wir uns im Cafe und am Hafen. Schon um 17:00 Uhr, viel zu frueh, checken wir am Faehrterminal ein und mussten noch eine Stunde in bruetender Hitze auf die Faehre warten. Die Faehre entpuppte sich als schwimmendes Parkhaus und sah auch so aus. Ohne es zu wissen, hatten wir "The Lynx" gebucht, die schnellste und modernste der Faehren, die zwischen Wellington und Picton hin- und herfahren. Mit ihr dauert die Ueberfahrt nur 2 Stunden 15 Minuten statt 3 Stunden mit einer der alten Faehren. Dafuer geht etwas von dem Schiffsgefuehl verloren, denn die Lynx ist tatsaechlich eine rechteckige Schachtel mit zwei Kielen, also eigentlich ein grosser Parkhaus-Katamaran. Man kann nicht um das Schiff herumlaufen, nur hinten gibt es ein kleines offenes Deck. Die Inneneinrichtung ist eine Mischung aus Flugzeug und McDonalds.
Die Ausfahrt aus dem Queen-Charlotte-Sound war trotzdem ein Erlebnis. Die Sonne sank langsam dem Horizon entgegen, als wir den langestreckten Sound schliesslich verliessen und in die Cook Strait hinaus fuhren. Erstaunlicherweise hat man gleich die Auslaeufer der Nordinsel im Blick, so nahe liegen die beiden Inseln beieinander.
Als wir uns Wellington naeherten, waren wir erstaunt, wie wenig Licht diese Stadt ausstrahlt. Kurz dachten wir an einen Stromausfall, aber nein, die Strassenbeleuchtung war ja schon an. Immerhin ist das die Hauptstadt Neuseelands, aber vielleicht spart man hier einfach Strom und das ist ja auch nicht schlecht.
Wir waren ueberraschend schnell aus der Faehre draussen und fanden auch unser schon gestern gebuchtes Hotel sehr schnell. Es liegt zwar mitten in der Innenstadt, aber das Zimmer ist winzig und viel zu teuer. Wahrscheinlich werden wir uns morgen hier ein wenig umschauen, dann aber weiterfahren.