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Grauer Tag

25. Januar 2004

Ich war gestern nochmal am Strand. Der war nur ein paar 100 Meter von unserem Motel entfernt. Die Sonne verschwand gerade in einem bizarren Wust von Wolken und es herrschten milchige Lichtverhaeltnisse. Am Strand gingen graue Kiesel in grauen Sand ueber, ueber den graue Wellen schwappten. Weiter draussen tobte die Brandung und erzeugte ein staendiges Brausen. Das bleiche Licht spiegelte sich in grossen Pfuetzen noch nicht abgelaufenen Wassers. Die Kuestenlandschaft sah aus, als haette jemand die Farbe ausgewaschen. Es war kuehl. Es herrschte eine solch mystisch-bedrohliche Stimmung, dass es fast schon wieder schoen wirkte. Welch eine unwirtliche Kueste verglichen mit denen, die wir waehrend unserer Reise schon gesehen haben! Spaeter als die Sonne wirklich unterging kam doch tatsaechlich noch etwas Farbe ins Spiel. Der ganze Himmel schien rot zu gluehen. Ich bin nochmal rausgerannt, aber das kann kein Foto der Welt einfangen.

Heute Morgen war der Himmel bleigrau und daran sollte sich auch den ganzen Tag nichts aendern. Wir fuhren die Kueste entlang nach Punakaiki. Dort kann man die beruehmten Pancake-Rocks bewundern. Ein asphaltierter Weg fuehrt zu diese ungewoehlichen Felsformationen. Die Pancake-Rocks sind ein Konglomerat grauer Steinsaeulen, die in so strengen Schichten aufgebaut sind, dass man sich eine natuerliche Ursache nur schwer vorstellen kann. Durch die Felsen gurgelt das brandende Meer und zur richtigen Zeit, schiesst das Wasser durch ein Blowhole in die Hoehe. Wir konnten das leider nicht sehen und auch die grauen Felsen wirkten im grauen Tageslicht nicht besonders aufregend. Vielleicht sind wir ja aber auch mittlerweile einfach abgestumpft.

Kurz vor Westport bogen wir nach Nordosten in Richtung Abel-Tasman-Nationalpark ab. Die Strasse fuehrte in endloser Kurverei durch urwaldartig bewachsene, enge Taeler. Die Aussicht war gleich Null und die Strasse machte Schlangenlinien, dass man annehmen muss, die Strassenbauer waehren besoffen gewesen. Vielleicht sind wir doch etwas viel Auto gefahren die letzten Tage, jedenfalls waren wir heilfroh, dass als wir unser Ziel erreichten.

Motueka liegt noch vor dem Nationalpark, und ist deshalb auch nicht so ueberlaufen. Hier bleiben wir jetzt wieder zwei Naechte und machen morgen eine Tour in den Park. Nach dem Ping-Pong der letzten Tage, muesste es dann ja auch wieder ein schoener Tag werden. Versprochen wurden uns goldene Straende und blaues Wasser. Also keine graue Kueste mehr.