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50 Millionen Schafe

19. Januar 2004

Heute haben wir einen ziemlich grossen Hopser gemacht und sind in einem Rutsch nach Dunedin gefahren. In Invercargill haben wir nur Halt gemacht, um uns im dortigen Museum etwas umzuschauen. Eine Ausstellung war den subantarktischen Inselgruppen gewidmet, die suedlich von Neuseeland liegen und noch zu Neuseeland gehoeren. Man denkt ja immer so manche Gegend hier sei abgelegen. Die Ausstellung belehrte uns eines besseren. Die Inseln sind so einsam und wild. Dagegen ist Fjordland ein Vergnuegungspark.

Danach ging es immer an der Kueste entlang durch die Catlins. Als Catlins wird so ziemlich der ganze Suedosten der Suedinsel bezeichnet. Es ist ein aeusserst huegeliges und gruenes Land. Die Landschaft wirft Falten und teilweise sieht es so aus, als haette ein Riese seinen gruenen Mantel achtlos liegenlassen. Neuseeland hat zwar nur knapp 4 Millionen Einwaohner, aber es soll ueber 50 Millionen Schafe geben. Heute haben wir sie alle gesehen. Den Eindruck konnte man jedenfalls bekommen. Ueberall Schafe, mal dick vor Wolle mal gerade geschoren und nackt, mal weit ueber Weiden verstreut mal eng zusammengepfercht, mal faul im Gras liegend, mal in Horden ueber die Weide ziehend. An der Kueste gab es ein paar schoene Aussichtspunkte und wieder fuehlten wir uns ungemein an Schottland erinnert. In einer Bucht konnten wir Delphine beobachten, die mit der Brandung surften.

Es wehte ein saukalter Wind und immer wieder gingen Schauer ueber uns nieder. Als wir in Dunedin ankamen, entschuldigte sich der Mann an der Rezeption fuer die ungewoehnliche Kaelte. Wir seien einen Tag zu spaet, denn gestern seien es noch fast 30 Grad gewesen. Im Motelzimmer war die Heizung an, und das war gut so. Wir haben uns dann an einem Strandspaziergang versucht, aber wurden fast in einem Sandsturm davongeweht. Voller Sand und ordentlich durchgefroren kehrten wir in unser beheiztes Zimmer zurueck und gingen nicht mehr vor die Tuer.