Prachtkerl |
11. Januar 2004
Von Lake Tekapo war es nicht weit zum naechsten See, dem Lake Pukaki. Schon auf dem Weg dorthin hatten wir den Mt. Cook eindeutig identifiziert. Am See hatte man dann einen einzigartigen Panoramablick auf die ganze Gebirgskette. Zwar war es in der Richtung bewoelkt, aber eher in Form von Hochnebel, der die Gipfel frei liess.
Da die Unterkuenfte direkt am Mt. Cook zu teuer schienen, suchten wir uns in einem Ort mit dem netten Namen Twitzel erstmal ein Zimmer. Dann fuhren wir die restlichen 50 Kilometer bis zum Berg. Die Strasse fuehrte dabei durch ein langestrecktes, weites Tal immer linker Hand des Sees entlang und endete am spektakulaersten und sicher auch teuersten Hotel Neuseelands mit direktem Blick auf den Mt. Cook.
Im Visitors Center machten wir uns erstmal zu den Wanderwegen schlau und erfuhren, dass das Wetter am Nachmittag schlechter werden sollte. Also stuermten wir gleich los. Dabei waren wir nicht die Einzigen. Der Wanderweg glich streckenweise einer Art Pilgerstrecke, so viele Leute waren dort unterwegs. Anfangs waren wir etwas genervt, aber die Gebirgslandschaft entschaedigt einen fuer so Manches. Die Berge bilden hier einen unueberwindlichen Riegel vor der Westkueste, von der man eigentlich gar nicht so weit entfernt ist. Allesamt ueber 3000 Meter hoch, ziehen sich schneebedeckte Gipfel wie an einer Kette entlang, die mit dem gewaltigen Mt. Cook ihren Abschluss findet (scheinbar, denn die Gipfel dahinter sieht man nicht). An den steilen Flanken haengen geriffelte Gletscher und ueberall schiesst Wasser zu Tal. Der Wanderweg schlaengelte sich ueber zwei schwankende Holzbruecken in ein Tal hinein, das direkt auf den Mt. Cook zufuehrte. Nachdem wir um eine Bergflanke herum waren, thronte er dann direkt vor uns, immer noch frei von Wolken und wahrhaft majestaetisch. Ein Prachtkerl von einem Berg! Dicke Schneefelder bedeckten seine Flanken und das Eis schien blau zu schimmern. Durch das Tal wehten wilde Strumboeen, die uns immer wieder aus dem Gleichgewicht zu bringen versuchten. Nach 1 1/2 Stunden erreichten wir endlich den Gletschersee und damit das Ende des Weges. Vom mit Geroell bedeckten Gletscher wehten uns nun ein eisiger Sturm entgegen, so dass wir hinter Felsen Schutz suchen mussten. Vorher war es trotz des Windes noch ausgesprochen warm gewesen. Wir fischten wie in Alaska einen Eisbrocken aus dem Wasser und bewunderten dessen kristallene Klarheit. Der Mt. Cook war immer noch frei und in den Sturmpausen bestaunten wir ihn gebuehrend. Nach kurzer Zeit machten wir uns auf den Rueckweg. Am Ende waren wir nach der dritten Wanderung am dritten Tag hintereinander ziemlich fertig aber gluecklich. Bei der Rueckfahrt konnten wir dann sehen, wie sich die Berge nun endgueltig zuzogen und gratulierten uns zu unserem Glueck. Am Abend sassen wir apathisch vor unserem Motelzimmer und fielen frueh ins Bett.
Das Internet will immer noch nicht funktionieren. Der australische Anbieter funktioniert trotz gegenteiliger Aussage hier nicht. Ich habe mich schon bei einem neuseelanedischen Anbieter angemeldet, aber nun brauche ich wohl noch einen passenden Telefonadapter. Ziemlich komplizierte Geschichte mal wieder...