zurück

 

Seen in Farbe

10. Januar 2004

Nach ausgezeichnetem Schlaf und Fruehstueck, machten wir uns auf zum Mt. John. Dieser etwa 300 Meter hoher Huegel ueberragt den See und auf seinem "Gipfel" befindet sich sogar ein Observatorium der Uni in Christchurch. Scheinbar ist hier der Nachthimmel so klar, dass sich das lohnt.

Ein Trampelpfad fuehrte uns zunaechst durch schattigen Wald. Das war auch ganz gut, denn es herrschte strahlender Sonnenschein und es waren fast keine Wolken auszumachen. Schliesslich traten wir aus dem Wald auf einen mit braunem Gras bestandenen Hang und hatten die ersten Ausblicke auf den See und den Ort.

Ein Weg fuehrte einmal um den "Gipfel" herum und wir nahmen den Abzweig nach links. Bald darauf konnten wir im Westen die schneebedeckten Berge der Southern Alps sehen. zwischen den Gipfeln quollen Wolken hervor und illustrierten sehr deutlich, wie das mit dem Wetter hier laeuft. Hinter einer weniger hohen Bergkette schaute dann ein weisser Gipfel heraus und nac einer Weile waren wir uns sicher, dass es der Mt. Cook, mit 3750 m der hoechte Berg Neuseelands (und Australiens) sein muesse. Er war frei von Wolken, was bestimmt nicht oft der Fall ist und sah auch aus der Ferne schon ganz beeindruckend aus. Morgen ruecken wir ihm naeher auf den Pelz. Wenn es wie mit dem Mt. McKinley in Alaska laeuft, huellt er sich dann wahrscheinlich wieder in Wolken.

Unter uns erstreckte sich nun eine weite braune Ebene, in deren Mitte sich ein blauer See raekelte. Es war interessant zu sehen, wie sich die Farben der beiden Seen unterschieden. Der Lake Tekapo war auch heute wieder tuerkisfarben, was von irgendwelchen Partikeln kommen soll, die der Gletscher von den Felsen reibt. Der andere See war bezog sein Wasser eindeutig auf einem anderen Wege.

Nach 2 1/2 Stunden waren wir wieder zurueck. Das reichte uns erstmal. Wir sind schrecklich schlaff geworden in Australien, aber haben beschlossen, dass sich das aendern muss. Jetzt sitzen wir auf der Veranda unseres Cottages und lesen.

Hatten wir in Australien mit den Nachrichten des oeffentlichen Senders noch eine relativ gute Quelle entdeckt, scheint es hier in Neuseeland gar nichts mehr zu geben. Einige Sender zeigen ueberhaupt keine Nachrichten, andere nur einmal um 18:00 Uhr. Was wir davon gesehen haben, hat uns gereicht. Dramatische Rettungsaktionen vermisster Wanderer und Naturkatatrophen sind am beliebtesten. In der Zeitung findet man im Welt-Teil nur Kuriositaeten, wie den Amerikaner, der seinen Kabelbetreiber verklagt, weil er ihn suechtig auf Fernsehen gemacht hat. Einen Vergleich wuerde er gegen drei Computer und freies Internet auf Lebenszeit schliessen. Da greift man sich doch an den Kopf! Das wird hier als Nachricht praesentiert! Ich bin so froh, wenn ich zu Hause wieder nach Herzenslust Spiegel lesen, Tagesschau und Tagesthemen schauen kann. So uninformiert wie in diesem Jahr bin ich mir noch nie vorgekommen. Es ist als renne man fast blind durch die Gegend. Man bekommt nur die absoluten Highlights ohne jegliche Hintergruende mit. Dafuer erfaehrt man alles ueber Dinge, die man eigentlich nie wissen wollte...