Licht und Schatten |
08. Januar 2004
Die "Ballet Briefs" gestern waren aeusserst lustig. Nur zwei Taenzer fuehrten die wichtigsten Ballettstuecke im Schnelldurchgang vor. Das alles mit allerlei Seitenhieben auf dieses sonst oft so bierernstes Metier. Mit am witzigsten war der Abschnitt, in dem sie vorgefuehrt haben, was die Taenzerinnen in der zweiten Reihe so alles machen, wenn die Solotaenzer alle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen. Von absichtlich auf den Fuss treten bis Kaugummi kauen war alles dabei. Im zweiten Teil tanzte der einer der Beiden sogar Schwanensee ganz alleine. Mit verschiedenen Umhaengen oder Roecken wechselte er zwischen den Personen hin und her. Sehr gelungen.
Heute Morgen mussten wir zwei Stunden bei der Maui Autovermietung warten, bis wir endlich unser Auto entgegennehmen konnten. Es herrschte Hochbetrieb. Die Deutschen-Dichte war erstaunlich und der ganze Auftrieb gibt uns einen Vorgeschmack darauf, was uns an den touristischen Highlights erwarten wird. Die Uebergabe der verdammten Wohnmobile dauerte ewig und verzoegerte den ganzen Ablauf erheblich. So gehen uns diese Teile schon auf die Nerven, bevor sie uns auf der Strasse aufhalten. Schliesslich brausten wir mit unserem Toyota-Corolla davon. Ganz nett das Auto, nur an die manuelle Gangschaltung muessen wir uns erst noch gewoehnen.
Nachdem wir noch einen Grosseinkauf gemacht hatten und ich mich bei einem anderen Internet-Provider angemeldet hatte, brachen wir auf. Dazu muss ich noch sagen, dass mir der australische Provider bei der Anmeldung versprochen hatte, dass es auch in Neuseeland funktioniert. Jetzt geht es ploetzlich nicht. Naja, er hat uns in Australien ueberall gute Dienste geleistet und der neue Provider wird es hoffentlich in Neuseeland auch tun.
Unser Ziel war der Arthurs Pass. Ueber diesen Pass wollen wir erstmal von der Ostseite der Suedinsel auf die Westseite wechseln. Langsam naeherten wir uns ueber die braungrasigen Ebenen, die sich um Christchurch erstrecken der Bergkette, ueber die der Arthurs Pass fuehrt. Der Himmel bot ein abwechslungsreiches Spiel von Licht und Schatten und unser Entzuecken wurde immer groesser, je naeher wir kamen. Zwar sind die Berge hier nur etwa 2500 Meter hoch und Schnee ist auch keiner mehr zu sehen, aber trotzdem sehen sie mit ihren sanft gefalteten Haengen wunderschoen aus, wie sie sich der cremefarbenen Ebenen erheben. Die Stasse wurde immer kurviger und schlaengelte sich immer tiefer in die Berge hinein und hinauf. Leider siegte am Ende das schlechte Wetter und so sitzen wir jetzt in unserem Motelzimmer und draussen tobt ein endloser Regenguss. Am Ende sah es so aus, als wuerden wir direkt ins duestere Mordor fahren. Trotzdem, und das muss an dieser Stelle gesagt werden, haben wir schon auf den ersten 150 Kilometern mehr schoene Landschaft gesehen wie auf mach 1500 Kilometern in der Mitte oder dem Westen Australiens.