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200.000 km

22. Dezember 2003

Gestern haben wir uebrigens genullt. Fasziniert betrachteten wir, wie die Kilometeranzeige in unserem Magna von 199999 auf 200000 umsprang. Ein eindrucksvolles Ereignis. Als Beweismaterial koennen wir ein Foto vorweisen.

Die Fahrt war heute war nicht so interessant. Nach Pembula kamen wir durch Eden, das wirklich recht paradiesisch liegt. Von dort hatten wir fuer laenge Zeit den letzten Blick auf's Meer, weil der Highway die auesserste Suedostecke Australiens abschneidet und erst wieder bei Lakes Entrance an die Kueste fuehrt. Hier fiel uns auch auf, dass wir uns von der Nordwestecke, in der Broome liegt, also jetzt auf der diagonal gegenueberliegenden Seite Australiens befinden. Und das sind wir alles selbst gefahren. Wahnsinn! Aber irgendwoher muessen die 16.000 Kilometer ja kommen, die wir bisher zurueckgelegt haben. Interessanterweise sind es fast genau so viele wie in Nordamerika.

In Lakes Entrance waren die Motelpreise dann noch niedriger als schon die letzten Tage. Wir koennen es kaum fassen. Allerdings scheint es hier ein Sonderangebot fuer Neonsroehren gegeben zu haben, denn die letzten Zimmer waren fast ausschliesslich damit ausgeruestet. Das macht immer so ein gemuetliches Licht... Italienische Gemuetlichkeit. Die haben ja auch einen Hang zu dezenter Beleuchtung. Na, egal. Den Strandspaziergang verschoben wir wegen des in Strumstaerke blasenden Windes erstmal auf spaeter und gingen eine Runde schwimmen - im Schwimmbad.

Die Schwimmbaeder sind immer aeussert professionell aufgezogen. Man merkt, dass hier Schwimmen als Sport viel ernsthafter betrieben wird als in Deutschland. So gibt es immer abgegrenzte Bahnen, die fein saeuberlich nach Geschwindigkeiten eingeteilt sind: Fast, medium, slow. Passenderweise zog auch eine aeussert professionell wirkende Frau ihre Bahnen in atemberaubenden Tempo. Wir wirkten dagegen wie Schnecken, aber gaben unser Bestes, was speziell in meinem Fall nicht besonders viel ist.

Lakes Entrance heisst so, weil hier der Eingang zu den Seen ist, logisch oder? Die Seen sind eigentlich eine Reihe von Lagunen, die von einer langestreckten Duene, vom Meer getrennt werden. Diese Duene ist wirklich sehr lang und der Strand zum Meer hin heisst dann auch 90-Mile-Beach.

Den haben wir uns nach dem Abendessen beim oertlichen Italiener angeschaut. Eine Fussgaengerbruecke fuehrt ueber die schmale Lagune zur Duene hinueber. Von der Bruecke haette es uns fast heruntergeblasen, so stark blies der Wind. Ueber die Duene hinweg ging es dann zum Strand. Die Sonne war schon hinter einer Wolkenbank verschwunden. Wildgewordene Wellen brandeten schraeg an den Strand und hatten so viel Sand weggewaschen, dass sich eine Stufe gebildet hatte. Wir hielten es im Wind nicht lange aus und zogen uns bald wieder in unser Zimmer zurueck.