"Stille Nacht" auf Calypso-Trommeln |
19. Dezember 2003
Den Vormittag war Kirsten auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken, waehrend ich im Internet-Cafe eine Anzeige fuer unseren Magna geschaltet habe. Leider wird sie erst am 1.1. erscheinen, weil das Blatt zwischen den Jahren nicht erscheint. Das wird mit dem Verkauf dann natuerlich mehr als knapp und wir wollen Peter und Kate nicht auch noch das auf's Auge druecken. Die haben schon mit unserem immer wiederkehrenden Ueberfall genug zu tun.
Spaeter sind wir mit der Faehre nach Manly gefahren. Als wir das Hotel verlassen, treten wir in eine Bruthitze, die den Asphalt kochen laesst. Die Bahn bringt uns zum Circular Quay. Wir muessen eine halbe Stunde warten, bis unsere Faehre ablegt und suchen uns einen schattigen Platz. Durch das bunte Treiben an der Anlegestelle dringt auf einmal "Stille Nacht", gespielt auf Calypso-Trommeln. Wieder einmal bedauern wir es, kein Mikrophon zu besitzen. Dieses Weihnachtslied auf diesem Instrument gespielt vor diese Kulisse ist einfach zu bizarr.
Manly, ein Stadtteil Sydneys liegt "richtig" am Meer. Der Rest der Stadt zieht sich ja eher um den langestreckte, sich ins Landesinnere schlaengelnden Port Jackson. Als wir den Strand erreichen, ist dort die Hoelle los. Ueberall Menschen, die ihren Muell offensichtlich einfach am Strand liegen lassen. Wir finden noch ein Plaetzchen etwas abseits. Die Sonne hat sich hinter dicken Quellwolken zurueckgezogen und kommt nur selten zum Vorschein. Wenn wir zu Hause waehren, wuerden wir ein Gewitter voraussagen, aber hier ist das anders. Kirsten, die wasserfestere von uns beiden, traut sich ins Wasser, aber kommt bald wieder, weil die Brandung moerderisch ist. Es brechen immer mehr Leute auf, was uns ganz recht ist. Das Wetter bessert sich wieder und wir laufen den Strand in beiden Richtungen ab. Manly ist nicht so chic wie Bondi, eine kleine Fussgaengerzone fuehrt von der Anlegestelle der Faehre auf der Seite der Bucht zum Strand auf der Meerseite. Dort hat man wieder die Auswahl zwischen allem was Fast Food heisst, Cafes haben ihre Tische und Stuehle rausgestellt und alles flaniert was das Zeug hergibt. Am Strand macht niemand "Oben ohne". Das scheint Bondi vorbehalten zu sein. Aber auch hier tummeln sich vorwiegend Schueler. Wahrscheinlich haben die Ferien jetzt endgueltig angefangen.
Auf der Rueckfahrt haben wir schoene Blicke auf die Skyline der Stadt vor einem gleissenden Sonnenuntergang. Wir fahren zum Abschluss nochmal nach Darling-Harbour, um uns die Abendlichter dort anzuschauen. Dann sind wir so muede, dass wir nur noch in unser Zimmer wollen. Morgen brechen wir wieder Richtung Melbourne auf. Diesmal geht's die Kueste entlang.