zurück

 

Der Grand Canyon Australiens

28. November 2003

Im Wohnwagen haben wir heute Nacht extrem gut geschlafen. Richard war schon weg, als wir zum Fruehstueck antraten. Danach fuhren wir ins Stadtzentrum und wanderten die Einkaufsstrasse hoch und runter. Die alten Gebaeude haben es uns wirklich angetan. Was uns sonst auffiel ist, dass sich fast an jeder Strassenecke ein Pub befand. Naja, was machen die Goldminer nach der Arbeit? Natuerlich Bier trinken. Einige hatten scheinbar frei...

Richard hatte uns noch am Morgen per Telefon den Tip gegeben, dass heute eine Sprengung im Super-Pit durchgefuehrt wuerde. Die Super-Pit ist eine riesige Grube, in der Gold im Tagebau gefoerdert wird. Waehrend man fruher Tunnel gegraben hat, um an die Nuggets zu kommen, nimmt man jetzt einfach alles raus und filtert mit zum Teil aufwendigen Verfahren das Gold heraus. Dabei foerdert man solche Unmenge, dass sich das Ganze schon bei einem Goldgehalt von nur einem Prozent lohnt. Als wir dann am Super-Pit-Lookout standen, verschlug es uns die Sprache. Wir schauten in einen von Menschen gegrabenen Grand-Canyon! Die "Talsohle" ist 400 Meter tief und die Grube hat eine Laenge von mehr als zwei Kilometern. Am Grund standen ein paar Fahrzeuge und liefen ein paar ameisengrosse Arbeiter herum, sonst haette man die Groesse gar nicht abschaetzen koennen. An einem Ende der Grubde schaufelte ein titanischer Bagger mit einer Schaufel so grosse wie ein halbes Haus Gestein in bereitstehende Lastwagen, die dann tatsaechlich so gross wie ein Haus waren. Um ins Fuhererhaus in 6 Metern Hoehe zu gelangen, muss der Fahrer eine Leiter hochsteigen. Richard traf kurz vor der Sprengung ein und zeigte uns rechtzeitig den Ort der Sprengung. Wir warteten mit anderen Besuchern gespannt darauf. Ploetzlich wirbelte eine Wolke Staub auf und dann erst hoerten wir einen scharfen Knall. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, konnte man mehrere Krater sehen, die laut Richard bis zu 10 Meter tief waren. Wir waren beeindruckt. Wann bekommt man so etwas schon einmal zu sehen? Wir sind schon ganz gespannt auf morgen, wenn uns Richard in die Tunnel fuehren wird, die neben dem Tagebau auch noch gegraben werden.

Um etwas fuer unsere Bildung zu tun, haben wir uns dann noch in einem Museum umgeschaut. Dort hat man sehr schoen das Leben um die Jahrhundertwende und die Geschichte der Goldmine in Kalgoorlie illustriert. Teilweise hat man komplette kleine Cottages auf das Museumsgelaende versetzt und die Inneneinrichtung liebevoll restauriert.