Tag des Eukalyptusbaums |
22. November 2003
Wir sind in Daenemark, oder vielmehr Denmark. Denmark ist ein kleiner Ort an der Suedwestkueste, und er heisst wohl so, weil die ersten Europaer, die hier rumgefallen sind tatsaechlichb die Daenen waren. Wir haben das ertaunt in unserem Reisefuehrer gelesen.
Heute war der Tag des Eukaluptusbaumes. Heute morgen haben wir uns den Bicentenial Tree in der Naehe von Pemberton angeschaut. Der dient wie schon der Diamond Tree als Feuerausguck, also einem durchaus ernstem Zweck, und ist nicht nur eine Touristenattraktion. Der Bicentenial Tree war noch hoeher als der Baum gestern, naemlich 75 Meter! Natuerlich haben wir uns erst recht nicht hochgetraut.
Von dort aus fuhren wir wieder direkt nach Sueden an das Cape D'Entrecasteuax. Das Cape selbst war nicht ganz so interessant, aber die Bucht daneben darfuer umso mehr. Wir zogen die Schuhe aus und gruben einmal mehr unsere Zehen in feinen Sandstrand. Als wir der Brandung zu nahe kamen und das Wasser ueber unsere Fuesse strich, haetten wir fast laut aufgeschrien. EISKALT. Kommt wahrscheinlich direkt vom Suedpol. Am Strand lagen ein paar scharfkantige Felsen herum und sahen fotogen aus.
Zurueck vom Cape ging es weiter nach Walpole. Auf der Strecke dorthin fuhren wir wieder durch Eukaluptuswaelder. Teilweise standen ueber 50 Meter hohe Baeume an der Strasse Spalier. Die Strasse fuehrte wie ein Tunnel hindurch. In Walpole stoppten wir kurz. Nach Walpole fuehrte eine Schotterstrasse zum "Giant Tingle Tree". Tingle ist einer der ca. 2 Millionen Eukalyptusarten. Dieser riesige Baum hat ein schweres Feuer ueberstanden, das ihn fast bis zur halben Hoehe ausgehoehlt hat. Da die lebenswichtigen Dinge dicht unter der Rinde ablaufen und er nach dem Brand immer noch stand, hat er es ueberlebt. Man kann sich in den Baum hineinstellen und befindet sich dann in einer riesige schwarzen Hoehle. Irre.
Danach ging es zum "Valley of the Giants", ein Abschnitt des Waldes, in dem die hoechsten Baeume versammelt sind. Als besonderen Clou hat man sich den "Treetop Walk" einfallen lassen. Ueber eine Rampe steigt man bis auf die Hoehe der Baumkronen hinauf. Dann geht es ueber teilweise ziemlich schwankende Stahlkonstruktionen durch die Wipfel. In einem Abstand von 50 Meter sind kleine Plattformen auf baumhohen Pfeilern angebracht worden. Diese Plattformen sind durch schmale Bruecken miteinander verbunden. Das Gelaender ist zum Glueck schulterhoch, aber der Boden ist durchsichtig, und das ganze Ding schwankt im Wind wie wild. Es war uns zugegebenermassen nicht ganz einerlei, aber auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis.
Jetzt sind wir wie gesagt in Denmark und ganz traurig, weil Australien das Endspiel der Rugby-Weltmeisterschaft gegen England knapp verloren hat. Es war ein echter Krimi und wir haben sogar Tor geschrien, wenn die Australier gepunktet haben.
Und jetzt noch etwas, die weitere Reiseplanung betreffend. Wir haben per E-Mail schon vor ein paar Tagen die Nachricht bekommen, dass die Verlaengerung unser Visa genehmigt wurde. Damit koennen wir ueber Silvester in Melbourne bleiben. Sonst haetten wir am 18 Dezember ausreisen muessen. Die Verlaengerung machten den Weg frei fuer eine Verschiebung des Rueckflugs. Heute haben wir Quantas angerufen uns die Flugdaten sehen im Moment so aus: 23. Februar Melbourne-Singapore, 25. Februar Singapore-Frankfurt. Die Flugdaten sind deshalb vorlaeufig, weil wir noch bei Quantas vorbeischauen muessen, um uns die Buchung bestaetigen zu lassen. Die Dame am Telefon war sich nicht sicher, ob wir in Singapore einen Stop einlegen koennen. Bisher waeren wir direkt weitergeflogen, haben uns aber inzwischen fuer eine Pause entschieden. Das bedeutet weiterhin, dass wir vorher nach Neuseeland fliegen werden! Wir stellen uns das so vor, dass wir am 5. Januar nach Christchurch (Suedinsel) fliegen, auf dem Landweg auf die Nordinsel uebersetzen und am 16 Februar von Auckland zurueck nach Melbourne fliegen. Noch ist nichts gebucht, aber so sieht der Plan im Moment aus. Es ist verrueckt sich vorzustellen, dass wir tatsaechlich noch Neuseeland dranhaengen werden. Wir schuetteln einmal mehr die Koepfe ueber unsere bisherige Reise und all die Erlebnisse. Aber dann dachten wir: Warum eigentlich nicht?