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Ein Sonntag in Deutschland

21. November 2003

Die letzte Nacht war fuer mich nicht so toll, weill ich am Abend ein lokales Bier probiert hatte, das mir nicht gut bekommen ist. Ich habe das Gefuehl, es stoesst mir jetzt noch auf. In der Weinherstellung moegen sie es ja drauf haben, aber bei dem Bier habe ich so meine Zweifel. Nach einem ausgiebigen Fruehstueck fuhren wir wieder nach Manjimup zurueck. Im Morgenlicht gleissten uns die Seen aus saftig gruenen Wiesen entgegen und die Sonne schien durch den lichten Eukalyptuswald. Sonnenflecken sprenkelten die Strasse.

Kurz vor Manjimup kamen wir am sogenannten Diamond Tree vorbei, einem etwa 50 Meter hohem Eukalyptusbaum. In den Baumstamm waren spiralfoermig Eisenstangen getrieben worden und man konnte wie auf einer Leiter bis auf eine Plattform hinaufsteigen. Nach ungefaehr 2,5 Stegen warf ich das Handtuch. Nichts fuer meine Nerven. Kirsten setzte an, aber schreckte dann auch zurueck. Die Stangen waren in relativ grossen Abstaenden angebracht und teilweise fast senkrecht uebereinander. Wir beschlossen, dass es reicht den Baum von unten zu bewundern. Waere ich hochgestiegen, haette man mich wohl auf halber Strecke mit einem Kran abholen muessen. Keine gute Idee.

In Manjimup kauften wir erstmal ein und wieder fiel uns die aussergewoehnliche Freundlichkeit der Leute hier auf. Wir kamen mit der Kassiererin im Supermarkt ins Gespraech und erfuhren, dass auf der Landwirtschafts-Ausstellung der ausserordentlich beruehmte Jimmy Barnes ein Konzert gibt. Natuerlich haben wir noch nie etwas von Jimmy Barnes gehoert... Wir versprachen, uns einen Besuch des Konzerts zu ueberlegen.

In Bridgetown fragten wir im Reisebuero nach Wanderwegen in und um den Ort. Nach guten Tips und Karten begannen wir wieder ein Gespaech mit den beiden Damen. Eine war Amerikanerin und konnte unsere Abneigung von Busch nach einer Ueberdosis Outback gut verstehen. Wieder stellten wir fest wie ungemein freundlich die Leute hier sind. Wir sind vielleicht auch etwas lockerer, weil es uns hier so gut gefaellt, aber es ist trotzdem auffallend.

Wir machten dann einen Spaziergang am Fluss entlang und gerieten immer in Entzuecken ueber die vielen Wildblumen, schoen gelegenen Haeuser und die Landschaft ganz allgemein. Wieder zurueck am Auto war wieder ein Cafebesuch faellig. Wir werden noch kugelrund. Die Kaesekuchen sind hier ein Gedicht. Ich koennte jeden Tag ein Riesenstueck davon verdruecken. Auf einem Lookout ueber Bridgetown und die umgebenden Huegel besannen wir uns dann auf unsere Gesundheit und machten ein kleines Obstpicknick. Irgendwie fuehlten wir uns wie an einem Sonntag zu Hause in Deutschland, wenn wir uns mal aufgerafft hatten, aus Frankfurt rauszufahren. Fehlte nur noch das Wiener Schnitzel nach vollbrachter Wanderung.

Zurueck in Manjimup (weiss der Teufel, was dieser Name bedeuten soll) machten wir teilweise unser Versprechen wahr und besuchten die Expo. Leider schloss die Praesentation keine landwirtschaftlichen Produkte ein. Wir hatten uns Bratwurst mit Senf versprochen. Stattdessen konnten wir schnittige, metallicblau lackierte Traktoren bewundern. Naja. Wir blieben nicht lange.

Nachdem es mit der Bratwurst nichts war, mussten wir uns zurueck in Pemberton etwas suchen. Ein Schild vor einem Imbiss versprach Suppen. Leider gab es heute keine. Unsere zweite Wahl waere Pasta gewesen, aber auch die stand heute leider nicht auf dem Programm und so bliebt nur die Auswahl zwischen Burger und Pizza. Auch hier gilt also die Aussage, dass man alles Moegliche zu essen bekommt, solange es Burger sind...oder Pizza natuerlich.