Durchatmen |
18. November 2003
Heute haben wir uns den vorletzten Abschnitt der Westkueste angeschaut, bevor wir endgueltig wieder nach Osten abbiegen. Etwa 30 Kilometer westlich von Busselton liegt das Cape Naturaliste, dass den Anfang des sich an der Kueste entlangziehenden Leeuwin-Naturaliste-Nationalsparks markiert. Schon die Fahrt dorthin war wunderschoen. Immer wieder fuehren Stichstrassen an Klippen und Buchten mit feinen Sandstraenden und bescherten uns tolle Ausblicke. Aber auch die Strecken, die wir weiter im Landesinneren zuruecklegten waren schoen (endlich!). Neben der Strasse reihen sich ein Weinbaugebiete nach dem anderen aneinander, dazwischen Weiden mit Schafen, Pferden oder Kuehen. Die Luft duftet nach Eukalyptusbaeumen, die kleinere Waldgebiete bildeten. An der Kueste bluehte es und oft lag ein suesser BluehtenHauch in der salzgeschwaengerten Luft. Wir atmeten mal richtig durch.
Am Cape Naturaliste selbst machten wir eine kleine Wanderung durch die dichtbewachsenen Duenen und den Leuchtturm herum. Ganz besonders angenehm war, dass uns diesmal keine einzige Fliege belaestigte. Man konnte endlich mal wieder laufen, ohne staendig mit der Hand vor dem Gesicht zu wedeln. Wale haben wir nicht gesichtet, obwohl das hier moeglich sein soll. Weiter ging es zu den Canal Rocks, an denen sich die Brandung durch einen Felskanal drueckt, ueber den eine kleine Holzbruecke gebaut wurde. Immer wieder mussten wir halten, schauen und staunen, so dass wir am Ende gar nicht weit gekommen sind. Wir sind das ja fast nicht mehr gewohnt, dass auch mal wieder der Weg das Ziel ist. Die Temperaturen waren angenehm. Der Wind nicht zu kalt, die Sonne nicht zu heiss, aber ein Pullover musste ab und zu schon her.
Am Nachmittag, als das Wetter wieder regnerisch und kaelter wurde, kehrten wir in Margaret River ein, dem Zentrum der hiesigen Weingegend. (In Perth ist es jetzt auch kuehler, wie wir in den Nachrichten gesehen haben. Hier in der Gegend scheinen 20 Grad Temperaturunterschied keine Seltenheit zu sein.) Margaret River ist ein richtiges Touristen-Nest und laenger werden wir hier sicher nicht bleiben. Morgen versuche wir, eine Weinproben-Tour zu buchen. Dabei wird man abgeholt und zu mehreren Winzereien gefahren, was eine gute Idee ist, denn wir werden bestimmt nach der erste Weinprobe schon strack sein. Wenn wir uns davon wieder erholt haben, wollen wir das letzte Stueckchen Westkueste noch abklappern. Aber wer weiss, vielleicht muessen wir auch erstmal unseren Rausch ausschlafen...