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Der vergoldete Tag

13. November 2003

Heute Morgen stand der Besuch der Perth Muenzerei auf dem Programm. Diese gibt es hier schon seit ueber hundert Jahren und sie verarbeitet noch heute taeglich eine Tonne Gold. Eine Tonne!!! In Australien gibt es ja eine ganze Menge Goldminen, aber dass dabei so viel anfaellt, haetten wir nicht gedacht. Wir konnten uns das Giessen eines Goldbarren anschauen. Das glich einer Vorfuehrung im Chemie-Hoersaal. Dementsprechend waren auch einige Schulklassen anwesend. Der Goldgiesser machte eine richtige Show daraus und alle hatten ihren Spass. War schon toll, das gelb gluehende Gold in die Form fliessen zu sehen. Nur ein paar Minuten spaeter war der Barren so hart, dass er ihn aus der Form kippen konnte. Noch tieforange gluehend nahm in der Giesser mit mit einer Zange, strich kurz mit dicken Isolationshandschuhen darueber und warf ihn ins Wasser. Nach ein weiteren paar Minuten nahm er ihn schon wieder heraus und in die blossen Haende. Es war verrueckt zu sehen, wie schnell der Barren abkuehlte.

Nach der Vorfuehrung schlenderten wir durch die Ausstellung und bestaunten dicke Goldnuggets. In eine Vitrine konnte man reingreifen und einen 12 Kilo schweren Goldbarren anfassen und versuchen hochzuheben. Da ich ein echter Conan bin, habe ich es circa zwei Sekunden lang geschafft. Danach war mein Arm etwas erschlafft. Als besonderen Clou konnte man sich in Minuten eine Goldmuenze beschriften lassen. Wir konnten nicht widerstehen und haben eine Muenze mit den Stationen unserer Reise beschriften lassen. Eine nette Erinnerung. Nebenbei ist damit eine Vorentscheidung fuer den weiteren Verlauf gefallen, denn wir haben Neuseeland mit aufgenommen.

Diesmal hatten wir Glueck mit dem Fotolabor und die Abzuege waren richtig gut. Ich habe gleich alle restlichen Filme dort abgegeben. Dann haben wir unser Visum verlaengert. Da wir erst nach Silvestern nach Neuseeland wollen, sind wir laenger als 3 Monate am Stueck hier und das laesst unser normales Touristenvisum nicht zu. Australien ist so modern, dass der Antrag online gestellt werden kann. Die Gebuehr ist allerdings richtig deftig und waere nicht Weihnachten uns Silvester zu feiern, wuerden wir den Flug nach Neuseeland allein deshalb vorziehen.

Am Nachmittag sind wir dann endlich nach Fremantle gefahren. Dort haben wir uns gleich auf dem sogenannten Cappucino-Strip in eines der Cafes gesetzt und uns tierisch wohl gefuehlt. Fremantle ist der Hafen von Perth und man sieht eine ganze Menge Industrie. Das Staedtchen selbst hat es aber geschafft, seinen Charakter wenigsten teilweise zu bewahren. Man sieht eine ganze Menge liebevoll restaurierter Gebaeude mit verzierten Fassaden in bester englischer Tradition. Dazwischen allerdings immer mal wieder Ausrutscher in Form von grauslichen Verwartungsgebaeuden aus den Siebzigern und Sexshops und Spielhallen in der Fussgaengerzone. Seltsam, dass das nicht zu verhindern war. Auf dem Rueckweg sahen wir noch, dass sich Fremantle wunderschoen am Swan-River entlangzieht, der dort ins Meer muendet. Wir planen jetzt nach Rottnest Island von hier aus mit dem Schiff zu fahren. Dann kriegen wir die ganze Strecke von hier nach Fremantle noch mit.

Uebrigens sind wir heute genau 7 Monate unterwegs. Es ist einfach nicht zu fassen.