Korallenflug |
31. Oktober 2003
Das war wieder ein unvergessliches Erlebnis! Um 9:30 Uhr fanden wir uns an der Bude ein, an der wir am Vortag einen Rundflug gebucht hatten. Wir hatten Glueck, denn es hatte sich noch eine dritte Person eingefunden, Margret aus Deutschland (natuerlich). Dadurch wurde der Flug fuer uns etwas guenstiger.
Der Pilot, ein junger Australier brachte uns dann mit seiner Muehle zum "Flughafen", der aus nicht viel mehr als einer Staubpiste und ein paar Huetten bestand. Die Cesna war dann Gott sei Dank in besserem Zustand als das Auto und floesste uns gleich das noetige Vertrauen ein. Ein paar erklaerende Worte des Piloten und ehe wir uns versahen, waren wir in der Luft.
Da sich die Piste nicht weit von den Duenen befand, hatten wir gleich auf Anhieb unglaubliche Ausblicke auf die Coral Bay, die kleine Ansiedlung davor, den Strand und die Boote. Aber als wir dann die Kueste entlang erst Richtung Norden und dann Richtung Sueden flogen, waren gaenzlich sprachlos. Es war gerade Ebbe und deshalb befanden sich die Korallen noch dichter unter der Wasseroberflaeche wie ohnehin schon. Das verstaerkte natuerlich die ohnehin schon atemberaubenden Farben noch. Wir sahen tiefblaues Meer, braune Korallenbaenke, die fast aus dem Wasser schauten und an denen sich die Wellen brachen, dahinter hell-tuerkise Schleier aus Sandbaenken (unglaublich!) , blaues Wasser und zur Kueste hin wieder Tuerkis in allen Schattierungen, das Land kontrastierte mit trockenen Brauntoenen. Da ausserordentlich klares Wetter herrschte, konnten wir weit die Kueste entlangblicken.
Voellig begeistert landeten wir nach etwa 30 Minuten wieder. Das war einwandfrei der beste Weg, das Korallenriff zu sehen. Weil der Wind nicht so stark war, legten wir uns erstmal an den Strand und waren irgendwann so aufgeheizt, dass wir uns sogar ins eiskalte Wasser trauten. Als der Wind wieder staerker wurde, machten wir uns auf den Weg nach Carnavon.
Kurz vor Carnavon fuehrte eine Strasse 50 Kilometer zur Kueste, wo sogenannte Blowholes zu beonbachten sein sollten. Der Reisefuehrer meinte, ein Besuch wuerde sich lohnen, also fuhren wir raus. Die Blowholes erwiesen sich dann als wenig aufregend. Das Meer drueckt an den Felsklippen Luft in irgendwelche Spalten, die dann bei genuegend hohem Druck nach oben entweicht und eine Art Geysir aus Luft und Wasserdampf verursacht. Sicher haengt das Ausmass dieser Erscheinung vom Wasserstand ab. Da wir keine Ahnung hatten, wann welcher Wasserstand besonders geeignet sein sollte, fuhren wir weiter.
Carnavon hat zwar einen klangvollen Namen, ist aber ein ziemlich farbloses Oertchen direkt am Meer. Immerhin ist das Ufer nett angelegt und wir konnten dort einen Abendspaziergang machen. Vorher schauten wir uns noch die einzige Attraktion Carnavons an, den 1-Mile-Jetty. Das ist ein 1500 Meter langer Steg, der zwar zur Haelfte ueber Land geht, aber dann weit ins Meer hinausgeht. Dort blies der Wind wieder gewaltig, aber komischerweise war es nicht zu kalt. Der Steg wurde irgendwann um 1900 als Anlegemoeglichkeit gebaut und hat Vieh darauf zu den Schiffen getrieben, weil es hier keinen natuerlichen Hafen gab. Ganz am Ende fuehlte man sich wie auf einer Oelplattform im Meer.
Da unser Zimmer eine kleine Kueche hat, konnten wir uns wieder selbst kochen. Es gab Frikadellen mit Kartoffeln und gruenen Bohne. Lecker!