Schnorcheln in der Nordsee |
30. Oktober 2003
Um 10:00 Uhr standen wir an der Ticket-Bude bereit und nahme unsere Schwimmflossen und Schnorchelausruestung in Empfang. Dann ging es zum Strand hinunter. Die Brandung ist wegen des Riffs weiter draussen in der Bucht so schwach, dass die Boote direkt am Strand liegen. Ein Schritt durch's Wasser und man konnte das niedrigen Boot entern. Die etwa 20 Passagiere nahmen auf Baenken Platz, die sich auf beiden Seiten entlangzogen und konnten durch den Glasboden in der Mitte schon sogleich die ersten Fische beobachten. So nah am Strand haetten wir sie eigentlich nicht erwartet.
Der Wind blies eisig und spaetestens als der Skipper noch ein Swaetshirt unter seine Jacke anzog, wussten wir was die Stunde geschlagen hatte. Wir hatten beide langaermlige Sachen an, aber gegen die Saukaelte weiter draussen, haette nur eine Daunenweste geholfen.
Die Ausblicke durch den Boden auf die Korallenwelt in all ihren bizarren Formen entschaedigte uns einstweilen fuer die Gaensehaut. An einer Stelle warf der Skipper Futter ins Wasser und eine Schar buntester Fische balgte sich darum.
Als wir unseren ersten Schnorchelspot erreichten, waren wir trotzdem richtig durchgefroren. Mich haetten keine 10 Pferde ins Wasser gebracht. Kirsten, die Wasserfestere von uns beiden, markierte die Harte und traute sich. Dafuer waere sie danach auch fast erfroren und nur ein sofortiges Wechseln der nassen Badesachen, gegen trockene bewahrte sie vor schlimmerem Schuettelfrost.
Der zweite Schnorchelspot nannte sich das Auquarium und wenn man durch den Boden blickte, wusste man warum. Ueberall schwaermten Fische herum. Kirsten traute sich wieder und war begeistert. Ich hielt ein trockenes Handtuch bereit und spaehte ansonsten durch den Boden.
Nach der Rueckkehr gingen wir erstmal in unser Hostel zurueck und machten uns einen heissen Tee (wirklich!). Dann setzten wir uns in die Sonne und versuchten wieder warm zu werden. Es war wie nach einem Ausflug auf's Packeis. Es ist kaum zu fassen, zwischen welchen Extremen wir in den letzten Wochen gependelt haben. Das Outback und Broome waren so unertraeglich heiss, dass es kaum auszuhalten war. Das Wasser war warm wie in einem beheizten Schwimmbad. Statt Wind blies einem ein heisser Foen ins Gesicht. Hier kalter Wind in Sturmstaerke und das Wasser nicht waermer als die Nordsee. Gibt es denn hier nur Extreme? Wo bitte gibt es ein Mittelding, wir wollen sofort dahin!