Strand ohne Ende |
24. Oktober 2003
Nach einem letzten Fruehstueck auf unserem kleinen Balkon sind wir aus Broome aufgebrochen. Dort hat es uns so gut gefallen, dass wir uns nach sechs Tagen richtig heimisch gefuehlt haben.
Es tut mir sehr leid den Australien-Fans unter den Leser wieder eine Illiusion nehmen zu muessen, aber die ueber 600 Kilometer von Broome nach Port Hedland sind grauenhaft eintoenig. Wieder geht es durch die typische buschige Halbwueste. Von den Sandduenen, die man sich von der Great-Sandy-Desert erwartet sieht man nichts. Vermutlich befinden die sich weiter im Landesinneren. Vom Meer sieht man auf der gesamten Strecke ebenso nichts. Stattdessen platter australischer Busch bis zum Horizont.
Eindeutiger Hoehepunkt war unser Abstecher zum Eighty-Mile-Beach nach halber Strecke. Eine Staubpiste fuehrt vom Highway 10 Kilometer bis zum Meer. Dort befindet sich ein Campingplatz und hinter weissen Duenen das Meer. Das Wasser hat eine ganz unglaubliche milchig-gruene Farbe. Der Strand ist sehr breit und mit Muscheln uebersaeht. Er ist so voller Muscheln, dass es aussieht als haette es weisse Kirschblueten geschneit. Wir trauen uns wegen der Quallengefahr nicht weit ins Wasser, aber es ist nach der Hitze erfrischend. Es weht ein bestaendiger Wind, aber wir haben einen Mordsrespekt vor der Sonne und cremen uns dick ein. Konnte man am Cable-Beach das Ende in der Ferne noch erahnen, so scheint sich hier der Strand auf beiden Seiten in die Unendlichkeit fortzusetzen. Am Strand verlieren sich 10 Leute. Wir gehen eine Meile von den 80 am Wasser entlang und haben danach scheinbar einen Strand ganz fuer uns alleine. Welch ein Gefuehl! Ausser dem Campingplatz befindet sich hier nichts an dieser Kueste. Auf Hunderten vom Kilometern einfach nichts! Unvorstellbar.
Unser Ziel heisst Port Hedland und ist eine Stadt, die vom Eisenerzabbau lebt. Das sieht man ihr auch an. Ueberall Industrieanlangen und ein grosser Hafen. Allerdings ist es nicht ganz so schrecklich wie wir gedacht haben. Wir haben ein Backpackers-Hostel direkt am Meer gefunden. Direkt am Meer aber nur, wenn es mal da ist, denn hier herrschen grosse Gezeitenunterschiede.
Das Restaurant, das wir uns ausgesucht hatten, war schon geschlossen. Wir wagten uns in einen Pub, der einem Hotel angeschlossene war. Dort fielen dem wilden Haufen Arbeiter-Kumpels beim Anblick von Kirstens Hawaii-Kleidchen fast die Augen aus dem Kopf und es herrschte auch sonst schon echt gute australische Sauf-Stimmung. Zu Essen gab's nur Schweinefrass und so sind wir auch da schnell wieder weg. Stattdessen machen wir uns in der Gemeinschaftskueche des Hostels Suppe und Salat.
Als wir beim Spuelen sind, kommt der "Herbergsvater" rein und fragt, wem der kleine graue Wagen draussen gehoert. Wir reagieren erst nicht, denn damit kann ja kaum unser Riesen-Magna gemeint sein. Ist er doch! Ein Bus braucht mehr Platz und wir sollen das Auto umparken. Ein kleiner grauer Wagen! Der spinnt ja wohl! Allerdings fahren die hier alle nur noch mit Kleinlastern rum und die Haelfte der Fahrzeuge hat aus irgend einem Grunde orangene Signallampen auf dem Dach. Staendig meint man, von der Polizei oder von Strassenkehrern verfolgt zu werden.
Da uns weiter nichts in Port Hedland haelt, werden wir schon morgen weiterfahren.