Schon im Wilden Westen |
15. Oktober 2003
Heute sind wir wesentlich weiter gefahren, als wir eigentlich vorhatten. Ein Grund dafuer ist, dass wir so frueh gestartet sind. Wie verabredet trafen wir um 8:00 Uhr bei der Werkstatt ein. Nachdem uns die zickige Buerotussie nach einer halben Stunden immer noch nicht sagen konnte, wie lange wir warten muessten, bis sich einer der Mechaniker unseres Magnas annimmt, und auch nicht, warum wir eigentlich so frueh da sein sollten, sind wir etwas veraergert einfach gefahren. Haetten sie doch gestern klipp und klar gesagt, dass sie keine Zeit haben, statt uns heute so bloede hinzuhalten. Fuer einen Oelwechsel, der vielleicht noch nicht einmal unser Problem beseitigt, warten wir ja nicht Stunde um Stunde in der verpissten Werkstatt ab. Wir kamen uns leicht verarscht vor. Auch in Katherine wollte wir nicht laenger bleiben. Die Ortschaft ist absolut uninteresssant und nachdem uns gestern beim Abendspaziergang wegen der finster blickenden und uns anbettelnden Aborigines ganz mulmig wurde, wollten wir nur noch weg.
Also starteten wir nach Western Australia und dachten erstmal nicht, dass wir so weit kommen. Auf halber Strecke zur naechsten groesseren Ansiedlung (Stadt mag ich schon gar nicht mehr sagen.) mit dem schoenen Namen Kununurra lag nach 250 Kilometern Timber Creek mit angeblich 500 Einwohnern. Enttaeuscht mussten wir feststellen, dass sie dabei vermutlich auch die Fliegen mitgezaehlt hatten, denn Timber Creek bestand wieder einmal aus nicht viel mehr als einem schaebigen Roadhouse mit Tankstelle. Das einzige Motel des Ortes hatte seine Zimmer direkt ueber den Zapfsaeulen. Na prima.
Schweren Herzens fuhren wir weiter, denn die Fahrerei geht uns langsam an die Substanz. Dazu kommt wieder eine auf Hunderten von Kilometern voellig uninteressante Landschaft. An der Grenze zu Western Australia mussten wir an einer Quarataenestelle das Obst abgeben, dass wir erst Stunden vorher in Katherine gekauft hatten und nicht alles aufessen konnten. Aus irgendeinem Grund ist das Einfuehren von Obst, Gemuese und Honig(?) nicht erlaubt.
Die Landschaft wurde etwas abwechsungsreicher mit ein paar maessig hohen Tafelbergen. Kurz vor Kununurra nahmen wir den Abzweig zum Lake Argyle, einem riesigen Stausee. Der war dann wirklich ganz beeindruckend, wie er sich zwischen roten, erodierten Tafelbergen in die Ferne erstreckte. Eine nette Unterkunft gab es dort jedoch nicht. Also weiter nach Kununurra, das auch an einem See liegt. Nach einiger Sucherei haben wir ein wunderschoenes (leider auch teueres) Zimmer mit Ausblick auf das Wasser gefunden. Der See ist momentan allerdings eher ein Feuchtgebiet mit viel Schlamm und Schilfgraesern. Aber wir schauen genau nach Osten und versprechen uns eine schoenes Abendlicht. Vielleicht trauen wir uns dann auch wieder raus, denn jetzt brennt die Sonne noch moerderisch.