Willkommene Erfrischung |
14. Oktober 2003
Gestern haben wir in Mataranka auf dem Campingplatz noch die ersten lebenden Kaenguruhs gesehen. Tote vom Truck ueberfahrene und von Geiern angeknabberte sieht man ja staendig am Strassenrand liegen. Die netten Tierchen sprangen nach der Daemmerung auf der Wiese des Campingplatzes herum und waren ziemlich zahm.
Eine Weile nach Sonnenuntergang machten sich wie auf Kommando alle Flughunde auf den Weg irgendwohin und der Himmel war von gespenstisch geraeuschlosem Geflatter erfuellt. Als wir vom Essen zurueckkamen, hatten sich Neuankoemmlinge mit ihrem Jeep direkt neben unser Auto gestellt. Natuerlich waren es Deutsche, wie fast alle Touristen, denen man hier begegnet. Was sie allerdings dazu veranlasste, sich auf einer grossen Wiese, auf der sich nur weniger Camper mit Abstaenden locker ueber 20 Meter verteilen konnten, direkt neben uns zu stellen, blieb uns schleierhaft. Wir fuhren unseren Wagen einfach ein Stueck weg und schuettelten die Koepfe ueber soviel Aufdringlichkeit.
Die zweite Nacht im Magna verbrachten wir dann wieder ziemlich angenehm. Als echter Camper wacht man mit der Morgendsonne und dem Gekreisch der andern Camper auf und so waren wir frueh unterwegs Richtung Katherine. Bis dahin waren es nur 100 Kilometer. Dort suchten wir zuerst einen Mechaniker auf, der eine Weile fachmaennisch unser Auto begutachtete, es selbst mal um die Ecken fuhr und dann zu dem Schluss kam, dass es sinn macht, das Oel und den Filter auszutauschen. So duerfen wir Morgen frueh dort antanzen und haben danach nicht einmal die Garantie, dass das Problem damit beseitigt ist. Aber so ist das halt, wenn man keine Ahnung von Autos hat und auf den Ratschlag von Leuten angewiesen ist, die etwas an einem verdienen wollen. Hoffentlich ist es nicht umsonst.
Da wir so frueh waren, fuhren wir gleich 60 Kilometer weiter zu den Edith Falls, die uns schon 1999 so gut gefallen haben. Die Edith-Falls bestehen aus mehren Seen, die sich ueber Felsstufen ineinander ergiessen. Der unterste See ist natuergemaess der groesste und wir genossen es bei der schon wieder drueckenden Hitze, in das kuehle Nass zu springen. Auch ein einen der oberen Pools badeten wieder. Dort kann man fast unter den Wasserfall schwimmen, wenn man sich traut. Der Einsteig ist wegen der glitschigen Felsen schwierig und schwimmen wegen der Felsen nicht ganz ungefaehrlich. Wir duempelten am Rand herum und liessen es uns sonst im Schatten gut gehen.
Auf dem Weg nach unten kamen wir wieder so ins Schwitzen, dass wir nochmal ins Wasser mussten. Als wir uns zum Trocknen noch eine Weile hinsetzten, kam es zum ersten Kontakt mit einem Aborigine - einem etwa fuenfjaehrigen Maedchen. Seine Eltern sassen am See und angelten mit Schnueren. Erst musterte sie uns so offenkundig neugierig, dass wir lachen mussten. Dann wurde sie kecker, fragte uns nach unseren Namen, fasste uns ins Haar und ins Gesicht. Dann durchsuchte sie eingehend unser Haar nach Laeusen. Da wir die Kleine wirklich nett fanden und mindestens ebenso neugierig waren wie sie, liessen wir es uns gefallen. Das ging so lange, bis sie einen strengen Blick von ihren Eltern auffing uns sich trollte. Im nachhinein faellt uns auf, dass weder die Erwachsenen noch das Maedchen gelacht haben. Aborigines kommen einem ja immer so grimmig vor, aber vielleicht lachen die einfach nicht. Wie auch immer, es war ein interessantes Erlebnis.