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Nervtoetendes Kilometerschrubben

12. Oktober 2003

Die Fahrt war wieder lang und quaelend. 530 Kilometer waren nach Tennant Creek zurueckzulegen. Dazwischen gibt es nur pissige Roadhouses und die immer gleiche Landschaft. Es muss einmal gesagt werden: Australien ist in grossen Teilen eintoenig, nervtoetend und einfach haesslich. Die rote Wueste um den Ayers Rock einmal ausgenommen ist die Halb-Wueste nicht besonders attraktiv. Mag sein, dass es darin Highlights gibt, die man von der Strasse aus nicht sieht. Einsame Berge, Gorges oder Felsformationen, der Grossteil ist jedoch flach und eigenschaftslos. Da hilft auch eine noch so begeisterte Einstellung zu Australien und dem Outback im nichts. Mag sein, dass es auch daran liegt, dass wir diese Strecke schon zum Zweiten Mal zuruecklegen.

Heute Morgen sind wir in Alice Springs erstmal ueber den Markt in der Fussgaengerzone geschlendert. Das war ueberraschend nett. Es hatte etwas von einem Flohmarkt und natuerlich konnte man die unvermeidlichen Huete und sonstigen australischen Mitbringsel kaufen.

Danach ging es wieder auf die Piste. Da es im Northern Territory ausserhalb der Ortschaften keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, sind wir ziemlich geheizt. Das Ueberholen der langen Road-Trains (Wir haben tatsaechlich welche mit vier Anhaengern gesehen!) gestaltete sich trotz des auf Kilometer geraden Highways ueberrschend schwierig, weil sich in der Ferne der Himmel so stark auf der Strasse spiegelte, dass man keinerlei Entfernungen mehr abschaetzen konnte. Manchmal pendeln die Anhaenger auch im Seitenwind, oder weil die Fahrer besoffen oder muede sind.

Bei den Devils Marbels haben wir eine kurze Rast eingelegt und uns im Schatten eines dieser kuegelrunden Felsmurmeln Sandwichs gebastelt.

In Tennant Creek haben wir beim selben Campingplatz Station gemacht wie vor vier Jahren. Ein Vorteil der Wiederholung dieser Strecke ist, dass man schon weiss, wo es schoen war und diese Orte gezielt ansteuern kann. Wir haben uns allerdings eine Cabin genommen, weil wir faul sind. Wenn Tennant Creek auch ein Kaff ist, der Campingplatz ist sehr schoen mit vielen Schatten spendenden Baeumen und einem Pool. Es ist mittlerweile tatsaechlich warm genug, dass man den Schatten sucht und eine Erfrischung im Pool willkommen heisst. Bald wird es wieder richtig heiss. Am Abend sind wir ein wenig um den Platz gejoggt, weil wir inzwischen langsam einrosten.

Morgen frueh werden wir einen Mechaniker zu unserem Gangschaltungsproblem befragen. Vielleicht haben wir ja diesmal Glueck.