Stadt aus Minen |
09. Oktober 2003
Wieder 500 Kilometer Richtung Norden zurueckgelegt. Auf dem Weg haben wir an einem Rastplatz Iren getroffen, die unsere geplante Tour in entgegengesetzter Richtung gemacht haben. Sie konnten sich kaum damit zurueckhalten, uns tausend Tips zu geben, auch wenn wir wegen des starken Akzents kaum etwas verstanden haben.
War es schon auf dem Weg nach Port Augusta zunehmend trockener geworden, sind wir jetzt im aboluten Outback gelandet. Steckenweise war die rote Erde noch dicht mit knorrigen Baeumen und Bueschen bewachsen, dann waren es nur noch kleine Bueschel, die sich ueber endlose Ebenen erstreckten. Australien ist ja im wesentlichen platt wie ein Pfannenkuchen und das sieht man hier besonders gut.
Schliesslich trafen wir in Coober Pedy ein, eine Stadt aus Minen. Ueberall sieht man Huegel aus aufgeschuettem Abraum, einer davon dient als Outlook auf den traurige Anblick, den die Stadt bietet. Hier und dort stehe ein paar Haeuser, die sich in den Fels dahinter fortsetzten, dazwischen ein paar staubige Strassen. Wir haben ein stilgerechtes Zimmer, eine Art Felskammer ohne Fenster mit einem Lueftungsloch in der Decke. DIe Waende bestehen aus rosarot geflecktem, lackiertem Sandstein. In einer Feldnische stehen ein paar Plastikblumen. Macht man die Neonleuchte aus sieht es im Nachttischlampenlicht richtig lauschig aus.
Wir haben auch schon eine Opalmine besichtigt. Dort wurde man mit einem Zettel und Helmen in die Mine geschickt und konnte sich alles selbst anschauen. Dabei lernten wir etwas ueber die Geschichte des Ortes und die Technik des Opalabbaus. Opale sind ja wirklich wunderschoen und an einigen Stellen hingen sie sogar noch im Fels!
Viel mehr gibt es hier nicht zu sehen und eine Nacht unter Tage wird uns auch reichen. Vielleicht schaffen wir es morgen bis zum Ayers Rock. Es ist schwer an dem Klotz vorbeizufahren, auch wenn wir ihn beiden schon gesehen haben.
Etwas traurig ist, dass hier wieder Aborigines wie Penner durch die Strassen schlurfen oder besoffen in der Ecke haengen. Aber auch das kennen wir schon. Neu ist, dass man mittlerweile sogar angebettelt wird und sich unvermittelt wie am Franfurter Hauptbahnhof fuehlt. Man ist hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Abscheu. Da treffen eben zwei voellig unvereinbare Kulturen aufeinander und die Aborigines passen genausowenig in die Stadt wie wir ins Outback.
Das Abendessen war dann wieder eine Lehrstunde in australischer Esskultur. Der Dining-Room des Pubs war etwa so gross wie eine Turnhalle und genauso gemuetlich. In der Ecke lief ein leinwandgrosser Fernseher auf Stadionlautstaerke. Aber das Essen gar ganz ok und vor allem billiig. Danach konnte ich noch in der Lobby unseres Hostels Fotos von der Digi auf eine CD brennen. Wer haette gedacht, dass man in Coober Pedy so gut ausgestattet ist? Danach habe ich noch in Adelaide vergeblich gesucht.