Toilettenflut und die geschlossene Grossstadt |
07. Oktober 2003
Weiter ging's nach Adelaide. Der Highway fuehrte groesstenteils einspurig durch winzige Doerfer, die jedoch alle mindesten eines vorzuweisen hatten: Eine oeffentliche Toilette. Die reinste oeffentliche Toiletten-Flut! Gepriesen seien die englischen Sitten! In Schottland haben wir sogar preisgekroente Toiletten gefunden. Das gibt es hier zwar noch nicht. Dafuer aber war so ziemlich jede Ortschaft entlang des Highways mal "Sauberte Stadt in Sued-Australien".
Ansonsten verlief die Fahrt ohne besonderen Vorkommnisse durch gruene Huegel und weiter Ebenen, durch leuchtend gelbe Rapsfelder und nach Adelaide hin Wiesen voller violetter Blumen. Einmal hielten wir an, um ein besonders schoenes Rapsfeld zu fotografieren und sofort ueberfiel uns wieder diese Stille, die wir von Australien schon kennen. Manchmal kommt minutenlang kein Auto vorbei, und das auf der Hauptverkehrsader zwischen Melbourne und Adelaide! Ausser dem Wind in den Ohren hoert man nichts, was die Weite der Landschaft nur noch eindrucksvoller macht.
Das Motel am Park, das wir uns im Reisefuehrer ausgesucht hatten, war leider schon ausgebucht. Komisch, dabei dachten wir, wir seien wieder einmal in der Vorsaison gelandet. Jetzt sind wir mitten in der Stadt untergekommen, nur ein paar Schritte von der Haupteinkaufsstrasse entfernt. Der erste Gang an den Hauptsehenswuerdigkeiten vorbei zeigt eine moderene Stadt, die sich viele alte Gebaeude erhalten hat. Die Bibliothek, das Parlament und die Universitaet, alles Gebaeude, die um die Jahrhundertwende gebaut wurden und in ihrer verschoerkelten Pracht restauriert wurde und noch werden.
Es herrschte unangenehmes Nieselwetter und so hielten wir unseren Gang kurz. Der Weg durch die Einkaufsstrasse wurde dann durch die Tatsache beeintraechtigt, dass fast alle Laeden um 17:30 Uhr oder sogar um 17:00 Uhr schlossen. Wir konnten es nicht fassen. Adelaide ist eine Millionenstadt und um 17:00 Uhr werden die Buergersteige hochgeklappt. Unglaublich! Selbst grosse Kaufhaeuser waren einfach schon geschlossen. Eine geschlossene Grossstadt.
Eine positive Ueberraschung waren dagegen die alten wunderschoenen Ladengalerien und Arkaden. Die Zutaten: eine langestreckte Halle, eine umlaufende Galerie mit verschnoerkelten Gelaender, schicke kleine Laeden, Holzverkleidungen und ein im Schachbrettmuster gekachelter Boden. Stilvoll.
Wir sind noch nicht ganz sicher, was wir Morgen machen werden. Wenn das Wetter schoen ist, machen wir nochmal eine Tour durch die Stadt. Sollte es genauso fies sein wie heute, fahren wir weiter und werden uns Adelaide bei unserer Rueckkehr nochmal anschauen.