On the road again |
06. Oktober 2003
Wir sind zurueck auf der Strasse. Nicht dass uns Peter und Kate vor die Tuer gesetzt haetten. Im Gegenteil, man kann es als ausserordentliche Leistung ansehen, dass uns die Beiden auch nach zwei Wochen das Gefuehl zu geben wussten, uns nicht gerne gehen zu sehen. Grosses Lob an die weit ueberdurchschnittliche Gastfreundschaft der Bush-Ursprungs in der heissen Phase des Hausverkaufs und Sams ersten taumelnden Schritten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man zwei Wochen harmonischer mit einer Kleinfamilie verbringen kann. Ein dickes DANKESCHOEN und schmatzendes Bussi nicht zuletzt fuer Sam, den wir am Ende fast mitgenommen haetten.
Jetzt sind wir also wieder "on the road" und ein neuer Abschnitt unserer grossen Reise ist eingelaeutet. Wir haben prima aus Melbourne herausgefunden und sind nach zwei Wochen schon fast in den Rang von Ortskundigen aufgestiegen. Ben, ein Freund von Peter und Kate, hat uns noch einen Reisefuehrer auf Deutsch (Ich habe gar nicht gefragt, wo er den her hat.) und verschiedene Broschueren des RACF (der australische ADAC) mit Unterkuenften in ganz Australien mitgegeben. So sind wir also jetzt bestens ausgestattet.
Da wir auf dem Rueckweg an der Kueste entlangfahren werden, haben wir jetzt die schnellste Strecke nach Adelaide genommen. Als wir aus Melbourne heraus waren, fuhren wir noerdlich an den Grampians vorbei durch eine wunderschoene, huegelige Wiesenlandschaft. Hier und da grasten Schafe oder Rinder und ab und zu unterbrach ein gelb leuchtenden Rapsfeld das gruene Einerlei. Dazwische standen ueberall Eukalyptusbaeume mit ihrer hellen Rinde, den seltsam gewundenen Aesten und den schmalen Blaettern. Die Baeume stehen aber in grossen Abstaenden ganz anders als in Kanada, wo man oft vor lauter Baeumen keine Landschaft mehr sieht. Hier reicht der Blick sehr weit und so konnten wir die Klippen der Grampians ausmachen, die wir auch auf unserem Rueckweg erkunden werden.
Die erste Etappe beendeten wir relativ frueh in Horsham, einem verschlafenen Staedchen, das aber als Tor zum Grampians-Nationalpark eine Vielzahl von Unterkuenften bietet. Als wir auch im dritten Motel ein Zimmer mit unverputzten Backsteinwaenden vorfanden, gaben wir die Suche auf. Es scheint hier der letzte Schrei zu sein, dass die Waende innen so aussehen wie aussen. Uns behagt dieser rustikale Stil nicht besonders. Die Preise sind nach Alaska und Hawaii allerdings angenehm moderat und da wollen wir mal nicht meckern.