Die Auktion |
05. Oktober 2003
Das Haus ist verkauft! Es war total spannend. Kirsten und ich haben uns gegen 11:00 Uhr den Sam geschnappt und sind auf die Chapel Street flanieren gegangen. Sam war das zwar etwas unheimlich, er war aber so abgelenkt, dass er ruhig blieb. Peter und Kate brachten derweil wieder das Haus auf Hochglanz, weil es vor der Auktion noch eine halbe Stunde zur Besichtigung offen stand. Gegen 12:00 Uhr trafen wir uns auf der Chapel Street und versuchte gegenseitig unsere flatternden Nerven zu beruhigen. Dann ging es zurueck zum Haus. Dort standen schon eine ganze Menge Leute vor dem Haus. Wir gesellten uns dazu und behielten Sam bei uns. Peter und Kate zogen sich bleichen Gesichtern ins Haus zurueck. Dann kamen die beiden Makler in piekfeinem Tuch heraus und die Auktion begann.
Zuerst pries der Makler in marktschreierischem Ton noch einmal die Vorzuege des Hauses. Dann fragte er nach dem ersten Gebot. Das lies auf sich warten, bis ein Freund von Peter und Kate einfach mal eine Zahl in den Raum warf. Der Makler erhoehte das Gebot sofort auf das untere Limit und fragte nach einem weiteren Gebot. Das liess dann auch wieder auf sich warten. Dann endlich hob jemand die Hand. Es ging ueberraschend schleppend weiter, bis der Makler das erste Mal ins Haus ging, um mit Peter und Kate zu sprechen. Nach kurzer Zeit kam er wieder heraus und es ging weiter. Das Spiel wurde so ein zweites Mal durchgefuehrt. Mit dem Unterschied, dass nach dem zweiten Mal das Haus "on the market" war. Das soll den Bietern signalisieren, dass ein Betrag erreicht war, der den Verkaeufern jetzt reichen wuerde. Zum Glueck hatten zwei Bieter Interesse und der Preis stieg noch ein wenig. Es war ein ueberraschend, dass die anderen Leute alle stumm blieben. Aber vielleicht war ihr Limit schon gleich am Anfang ueberschritten. Und ploetzlich war das Haus verkauft! Es war ein ganzes Stueck mehr als das untere Limit, aber doch etwas weniger als zuletzt erhofft. Die Zufriedenheit ueberwog am Ende trotzdem.
Eine ganze Menge von Peter und Kates Freuden waren gekommen und als die Kaeufer und die Makler sich endlich getrollt hatten, knallten die Sektkorken. Wir sonnten uns im Courtyard und wiederholten uns immer wieder die Einzelheiten der Auktion. Langsam stieg der Promillepegel und ich konnte irgendwann mein Glas nicht mehr halten. Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glueck. Als alle Gaeste gegangen waren - kamen die naechsten und alles begann noch einmal von vorne.
Jetzt versuchen wir wieder herunterzukommen und Sam zu beruhigen, der um seinen Mittagsschlaf gebracht wurde und verstaendlicherweise etwas unleidlich ist. Es war doch etwas zuviel Aufregung fuer ihn. War ja fast schon zuviel fuer uns!
Wir werden den Abend und morgen nochmal versuchen moeglichst viel Dreck zu machen, denn jetzt muss ja nicht mehr geputzt werden. Ich freue mich auf mindestens zwei Monate staubsaugfreie Zeit und ab geht's Richtung Adelaide und dann in den Norden. Dort soll es schon richtig heiss sein und wir sind besser frueher als spaeter dort.