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Ausflug zur Mornington Peninsula

28. September 2003

Gestern Mittag war wieder ein Besichtigungsterim angesetzt. Kate kam morgens vom Nachtdienst Heim, und versuchte noch ein paar Stunden zu schlafen, bevor wir das Haus wieder verlassen mussten. Ich bin mit Peter und Sam zum South Melbourne Market gefahren. Dort haben wir ein paar Sachen eingekauft und sind dann um die Ecke genau zu dem Fotogeschaeft gefahren, in dem ich anno '96 die ersten Filme abgegeben habe. Keine Ahnung ob die heute noch so gute Abzuege machen wie damals, aber ein bisschen Nostalgie sei erlaubt.

Nachdem wir das Haus wieder in praesentable Form gebracht hatten, fuhren wir unsere Rucksaecke zum Self-Storage, um sie dort einzulagern. Dieses Ding ist ein Gebaeude, in dem sich jeder, der nicht genuegend Platz hat, eine Art Kellerraum mieten kann. Im Allgemeinen haben die Haeuser hier in Melbourne keine Keller. Dann machten wir es uns wieder in einem Cafe bequem.

Am fruehen Nachmittag brachen wir dann Richtung Sueden auf. Dort auf der Mornington-Halbinsel haben die Eltern von Sue, einer Freundin von Peter und Kate, ein Ferienhaus und sie hatte uns dorthin eingeladen. Das Haus lag ungefaehr in der Mitte der Halbinsel und man kann auf der einen Seite die Bucht von Melbourne und auf der anderen Seite das offene Meer zu Fuss erreichen.

John, der Freund von Sue hatte schon die ersten Biere intus als wir eintrafen und war ganz entsetzt, als wir nicht gleich mittrinken wollten. Es war der Tag des grossen Footy-Endspiels, was hier ungefaehr dem Endspiel der Fussballweltmeisterschaft gleichkommt. Kirsten betuettelte gleich das drei Monate alte Baby der beiden und wir hatten alle Haende damit zu tun, Sam davor abzuhalten, sich in die Flammen des Kamins zu stuerzen.

Ein kurzer Spaziergang fuehrte uns zur Kueste. Die ganze Halbinsel wird hier von einer Duenenlandschaft beherrscht. Niedrige knorrige Baeume bewachsen sandige Haenge. Die Kueste ist schroff und ueberall stehen aus Sandstein durch den Wind geformte Skulpturen herum. Anderswo hat das Wasser den Felsen unterspuelt und kleine Hoehlen geformt. Das Meer ist gruenblau und bricht sich mit Wucht an den Klippen. Manchmal sehen die Fontaenen aus, als seinen sie von Unterwasserexplosionen ausgeloest. Es sieht so aehnlich aus wie an der Great Ocean Road, wenn auch alles ein etwas kleineres Format hat. Im Abendlicht werfen wir lange Schatten und freuen uns.

Wir beschlossen uns Pizza zu machen und ich brach mit Sue und Peter zum Supermarkt auf. Die Zwei waren so hungrig, dass sie den halben Supermarkt leerkauften. Ich war ganz fasziniert ueber KitKat mit weisser Schokolade. Lecker! Die selbstgemachte Pizza brach dann fast unter dem Gewicht des Belags durch, aber schmeckte ausserordentlich koestlich. Mit vollem Bauch sanken wir auf die Matratzen.

Nach dem Fruehstueck machte sich Peter mit uns auf den Weg durch die Duenen. Wir hielten von mehreren Aussichtpunkten Ausschau und bewunderten wieder Meer und Sandsteinklippen. Auch am Nachmittag machten wir einen ausgedehnten Spaziergang, bis wir uns so weit vom Ferienhaus entfernt hatten, dass den Kindern der Rueckweg nicht mehr zuzumuten war. Kirsten uns ich brachen mit Peter auf, um die Autos zu holen. Es waren zwar nur ein paar Kilometer, aber wir waren doch ganz froh, das erste Mal nach langer Zeit mit dem Linksverkehr experimentieren zu koennen.

Am Abend fuhren wir wieder nach Melbourne zurueck. Morgen werden wir einen grossen Autohaendler aufsuchen und uns endlich ein Auto aussuchen. Es heisst also wieder Daumen druecken.