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Deja-vu beim Autohaendler

26. September 2003

Weil wir die vergangenen Tage so faul waren, sind wir heute Vormittag erstmal um den See im Albert Park gewalkt. Das Wetter hat sich in ein ungemuetliches Gemisch aus Wolken, Wind und Regen verwandelt. Auch aus diesem Grund fuehlen wir uns fast wie zu Hause.

Danach war wieder eine ausgiebige Auto-Recherche im Internet-Cafe faellig. Wir haben eine riesige Liste ausgedruckt und sind uns jetzt endlich sicher, dass wir keinen Camper kaufen werden sondern einen Stationwagon, so nennt man hier die Kombis. Nur auf welche Marke wir uns festlegen sollen, wissen wir noch nicht genau. Wahrscheinlich werden wir auch bei einem Haendler kaufen. Die Auswahl ist einfach groesser und es ist einfach zu umstaendlich, erstmal im Telefonbuch-grossen Stadtplan von Melbourne nachzuschauen, ob die Anbieter sich ueberhaupt in unserer Reichweite befinden, geschweige denn, sie dann alle abzuklappern. Dazu kommt noch, dass wir ohne eine Inspektion einer Werkstatt kein Auto kaufen werden und das bedeutet, man muss auch noch eine Werkstatt in der jeweiligen Naehe auftreiben.

Melbourne ist einfach zu gross. Hat man einen Stadtplan, auf dem man einen Ueberblick bekommt, dann sind nicht alle Strassen drauf. Vergroessert man den Stadtplan so weit, dass jede Strasse darauf ist, bekommt man das oben angesprochene Telefonbuch, aber weiss bei der Betrachtung einzelner Seiten wieder nicht, in welchem Teil von Melbourne man sich befindet.

Um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen, sind wir heute mit Peter losgezogen und haben einfach mal einen Autohaendler aufgesucht. Dort nahm uns dann George in Empfang und wir hatten ein absolutes Deja-vu-Erlebnis, denn eigentlich verhielt er sich genauso wie Joe, unser Autohaendler in Boston. Vermutlich zieht dieses Gewerbe einen ganz bestimmten Menschenschlag an. Vielleicht koennte man auch so weit gehen, zu behaupten, dass Autoverkaeufer auf der ganzen Welt gleich sind. Hier wie in den USA heissen die Autohaendler ja Dealer und das gibt ihnen gleich einen so kriminellen Anstrich. Wie unfair, aber ob man dabei immer so falsch liegt? George hat uns jedenfalls dann das Ohr blutig gebabbelt. Danach waren wir nicht wirklich schlauer. Der Wagen, wegen dem wir gekommen waren, hatte zwei zusaetzliche Sitze dort wo wir eigentlich unsere Rucksaecke reinwerfen wollen und sah etwas mitgenommen aus. Die anderen vergleichbaren Kombis waren ziemlich alt und hatten schon einige Kilometer auf dem Buckel.

Morgen machen wir mit Peter, Kate und Sam und Sue und ihrem Nachwuchs einen Ausflug nach Sueden auf die Halbinsel, die die Bucht von Melbourne fast vom Meer trennt. Dort haben die Eltern von Sue ein Ferienhaus, in dem wir uebernachten koennen. Unsere Autoexpedition wird dann eher am Montag fortgesetzt. Vielleicht fahren wir zu einem grossen Autohaendler, wo wir mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Wagen finden, der unseren Anspruechen genuegt. Dann machen wir uns vorher schon schlau, ob eine Werkstatt in der Naehe ist, die uns den Wagen durchchecken kann. Es bleibt spannend.