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Das Aquarium im Hafenbecken

18. September 2003

Wir haben die Insel umrundet. Naja, nicht ganz, nach Dreivierteln der Strecke haben wir eine Abkuerzung genommen. Nicht nur, weil die Westkueste nicht sonderlich interessant sein soll, sondern auch weil uns wieder einmal die Zeit davon lief. Die Sonne geht momentan um 18:30 Uhr unter und um 19:00 Uhr ist Schluss mit Sightseeing, denn dann ist zappenduster. Da verfaellt man nachmittags leicht in Hektik.

Um 10:00 Uhr sind wir mit unserem "Full-Size"-Dodge von Waikiki aus gestartet. Viel zu gross die Kiste, aber man bekommt ja fast immer einen viel groesseren Wagen als mein eigentlich wollte. In den Kofferraum haetten locker 8 Kisten Bier gepasst. Nur dass wir auf dieser Fahrt ueberhaupt keinen Kofferraum gebraucht haetten. Wir hatten kurz mit dem Gedanken gespielt, einen Jeep Wrangler zu mieten, aber es war keiner vorraetig und auch so war es wieder teuer genug.

Um den Diamond-Head herum ging es dann zur Ostkueste. Wir waren ueberrascht wie schoen Ohau ist. Wenn man erst mal aus den Ballungszentren heraus ist, kann man wunderschoene Villen im Stil alter Kolonialhaeuser bewundern. An der Kueste wechseln sich hohe Klippen und sandige Badestraende mit Korallenriffen ab und im Landesinnern ziehen sich gruenbewachsene Berge dahin, fast wie auf Kauai. Wir kamen gar nicht voran, weil wir bei jedem Aussichtspunkt anhalten und staunen mussten.

An der Nordkueste sind wir dann am beruehmten Sunset-Beach ins Wasser gegangen. Die meterhohen Wellen waren nicht zu sehen und auch die billigen Beach-Boys, die sich Kyte erhofft hatte, liessen sich nicht blicken. Fuer beides ist eher im Winter Saison. Es war aber auch ohne Riesenwellen auszuhalten. Der feine Sandstrand steigt fast wie eine Duene zur Strasse hin an und das Wasser ist tief und klar. Nach einer Weile begann es allerdings zu regnen. Das ist hier immer etwas merkwuerig mit dem Regen. Man schaut sich oft verwundert um und fragt sich, wo der Regen eigentlich herkommt, denn oft scheint die Sonne ungehindert weiter und fuer das Geniesel ist irgendeine Wolke ganz weit weg verantwortlich. Wenn die Sonne dann doch mal verschwindet, es richtig schauert und auch noch der Nordostwind blaest, kann es sogar auf Hawaii ungemuetlich werden.

Weil die Busfahrer immer noch streiken und man ohne Taxi zur Zeit nicht nach Honolulu kommt, hatten wir uns vorgenommen, am Nachmittag dort die Sehenswuerdigkeiten abzuklappern. Trotz fuenfspuriger Autobahnen (Man soll nicht glauben, dass es so etwas auf einer so kleinen Insel gibt!) gerieten wir allerdings vor Honolulu in einen Stau. Der Beweis dafuer, dass es auch noch so breite Autobahnen nicht verhindern koennen. Vielleicht rafft man das bei uns zu Hause ja, bevor man solche Ungetueme in die Welt setzt...wahrscheinlich nicht.

Das Abendlicht reichte dann noch fuer den Koenigspalast (Der einzige in den USA! Wundert das eigentlich irgend jemand ausser den Amis? Aber vielleicht denken die ja, das Weisse Haus waere auch einer! Das wuerde nun wiederum mich nicht wundern.), das State Capitol (Das einzige Gebaeude dieser Funktion aus den Sechzigern, beim dem sich mal jemand etwas gedacht hat: ein Dach, dass von Saeulen gestuetzt wird, die an Palmen erinnern, die Sitzungssaele mit kegelfoermigen Aussenwaenden, die Vulkane symbolisieren sollen, das Gebaeude von Wasser umgeben wie die Inseln vom Meer und in der Mitte ein luftiges Atrium. Bravo!) und den Aloha-Tower, der frueher alle Schiffe im Hafen begruesste (Schade eigentlich, dass es fast keine Faehrverbindungen zwischen den Inseln gibt. Die eine oder andere Kreuzfahrt haette uns in diesen Gewassern auch gefallen koennen.). Das Licht reichte noch aus, um im Hafenbecken tropische Fische beobachten zu koennen. Das ist kein Witz! Hier gibt es wirklich ein kleines, vielleicht kuenstliches Riff direkt an der Kaimauer in dem sich tropische Fische tummeln. Wenn man da an die Bruehe in anderen Hafenbecken denkt...und hier hat man eine Art Aquarium. Wahnsinn.

Es war schon dunkel als wir uns auf den Weg nach Waikiki machten. Aber richtig dunkel wird es auf dieser Strecke wahrscheinlich nie. Die Hotelhochhaeuser, der Verkehr, die Strassenlaternen alles leuchtet, glitzert und glaenzt. Wir fanden schliesslich noch einen Shusi-Imbiss, bei dem wir unseren Hunger stillen konnten. Ansonsten hatten wir uns bis dahin nur von Macadamia-Nuessen ernaehrt, die wir unterwegs bei einer Pflanzung gekauft hatten und sehnsuechtig nach der Ananas geschielt, die wir an einem Strassenstand erstanden hatten. Weder die Nuesse noch die Ananas sind hier uebrigens sonderlich billig, was uns ueberrascht, weil beides doch hier waechst. Auf dem Weg nach Honolulu sind wir jedenfalls an den riesigen Ananasfelder von Dole vorbeigekommen. Es war dann nicht ganz einfach einen Parkplatz zu finden, aber schliesslich hatten wir Glueck. Allerdings muessen wir morgen frueh um 7:00 Uhr die Parkuhr fuettern. Aber das ist in Ordnung, denn morgen werden wir endlich den Diamond Head erobern, bevor wir das Auto zurueckgeben muessen. Wenn wir den Aufstieg diesmal finden...