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Trainieren fuer den Lazy-Man

10. September 2003

Unserer Hula-Karriere steht nun nichts mehr im Weg. Ich bin stolzer Besitzer einer Ukulele! Allerdings bekomme ich bisher nicht besonders viele sinnvolle Toene zustande. Aber selbst der groesste Hula-Koenig hat mal klein angefangen. Das Ding ist aeusserst seltsam gestimmt, tiefe und hohe Saiten nicht der Reihe nach, sondern durcheinander. Durch die Kunststoffsaiten klingt sie etwas stumpf, und mit meinem Ploeng-pladda-ploeng habe ich sicher die Nachbarn schwer genervt. Sie sieht eigentlich aus, wie eine geschrumpfte Gitarre und wenn ich nicht damit zu Rande komme, wird sie einfach zu Hause irgendwo an die Wand gehaengt.

Wir haben den Tag wieder schoen vertroedelt, uns am Pool vergnuegt, die kleinen gruenen Geckos auf unserem Balkon beobachtet und viel gelesen. Ich kaempfe mich durch einen Roman von Annie Proulx und verstehe machmal nicht einmal die Haelfte. Eigentlich ist es zu schwer, aber jetzt tanke ich mich durch. Wir lernen immer wieder neue Worte aus dem Zusammenhang. Es waere viel zu muehsam, jedes Wort nachzuschauen, aber es ist ueberraschend, wieviel sich einem auch so erschliesst.

Morgens sieht man hier immer zaeh ausehende Sportler die Strassen entlang joggen. Vermutlich trainieren die fuer den Iron-Man bzw. -Woman, der bald hier auf Big-Island stattfinden soll. Wir trainieren unterdessen weiterhin fuer den Lazy-Man bzw. -Woman und sind diesbezueglich gut in Form. Dieser neuartige Wettbewerb besteht aus drei Disziplinen: unbeweglich auf dem Bett liegen, im Pool treiben lassen und zum Abschluss essen. Sieger ist derjenige, der als letzter irgend etwas Sinnvolles macht. Wir sind sicher, das auf einige Tage ausdehnen zu koennen.

Damit es mit dem ganzen Training nicht allzu anstrengend wird, werden wir morgen vielleicht auf den Mauna Kea fahren und uns dort mal umschauen.