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Strandjuwel

07. September 2003

Schon der Vormittag heute hat uns mit der gestrigen Sucherei versoehnt. Freudlicherweise hat jemand einen Reisefuehrer fuer Big Island hier liegen lassen. Er enthaelt natuerlich viel weitergehende Informationen, als unser Lonely Planet, der allle Inseln abdeckt, und hat uns ein Strandjuwel empfohlen, zu dessen Besuch wir uns gleich aufgemacht haben.

Hier direkt bei Kailua-Kona gibt es eigentlich gar keinen Strand, sondern eine eher felsige Kueste. Gestern haben wir uns dort noch den Sonnenuntergang angeschaut. Big Island hat generell nicht so riesige Straende, dafuer eher kleine versteckte Buchten, die man erstmal finden muss.

Nach Anweisung des Reisefuehrers sind wir 10 Meilen nach Norden gefahren und dann Richtung Kueste auf eine nichtasphaltierte Strasse abgebogen. Diese Strasse fuehrte ueber einen pechschwarzen ehemaligen Lavastrom bar jeglicher Vegetation. Eigentlich haette man einen Jeep dafuer gebraucht, aber da kein Warnschild zu sehen war (erstaunlich), wagten wir uns immer weiter. Nach nervenaufreibenden 2 Meilen im Schneckentempo und gut durchgeschuettelt, erreichten wir einen staubigen Parkplatz, von dem aus ein Pfad zum Strand fuehrte.

Obwohl es erst 9:00 Uhr war, briet uns die Sonne. Von den schwarzen Felsen schlug uns zusaetzlich ein warmer Hauch entgegen. Gut durch ereichten wir endlich den Strand, wahrlich ein Juwel. Feiner weisser mit schwarzen Partikeln durchsetzter Sand (Salt and Pepper Sand nennt man das hier) zog sich ins tuerkis-gruene Wasser. Die Wellen leckten gemuetlich ueber den Sand. Knorrige Baeume spendeten Schatten und hier und dort schauten schwarze Felsen aus dem Sand und dem Wasser und verstaerkten nur noch die Farbeindruecke. Wir stuerzten gleich ins Wasser und hielten ploetzlich ueberrascht inne. Vor uns, keine fuenf Meter entfernt schaute der Kopf einer Meeresschildkroete aus dem Wasser. Misstrauisch musterte sie uns zweimal und trollte sich dann. Spaeter sahen wir sie noch ein paarmal ganz nahe am Strand rumpaddeln. Dort erholten wir uns dann vom vorherigen Tag und der antrengenden Fahrt. Am Rande der Bucht stand ein verlassenes Holzhaus, der der Familie bewohnte, der damals diese Bucht gehoerte. Man konnte reingehen und die leeren, offenen Raeume mit Blick auf die Bucht und auf der anderen Seite den Lavastrom besichtigen. Ueber das Meer hinweg konnte man die hoechsten Berge von Maui ausmachen. Anfangs hatten wir die Bucht fast fuer uns alleine und auch spaeter war nicht wirklich viel los. Wir rollten uns zwischen Sonne und Schatten hin und her, und genossen es einfach da zu sein.

Wir ueberstanden auch die Rueckfahrt unbeschadet und verbrachten die heisseste Zeit des Mittags in unserer Wohnung. Im Unterschied zum Hotelzimmer gibt es hier keinen Zimmerservice, aber das ist uns ganz recht, denn dann gibt es auch keinen Housekeeping-Terror. Wir haben einen Reiskocher entdeckt, und haben uns am Abend etwas darin gekocht. Nach virtuoser Handhabung des Kochers und der Mikrowelle, zauberten wir etwas ziemlich chinesisches und sind froh, eingedenk des Mikrowellendesasters in Juneau nicht ausschlieslich auf die Mikrowelle setzten zu muessen.

Den Sonnenuntergang schauten wir uns am sogenannten Old Airport Beach an. Der Strand befindet sich unmittelbar neben dem ehemaligen Flughafens und man parkt kurioserweise auf der alten Landbahn. Nach einer etwas laschen Vorstellung gestern, gab sich die Sonne heute etwas mehr Muehe und ich konnte meine Foto-Sammlung weiter ergaenzen. Am besten wir machen Themenalben, wenn wir zurueck sind. Ein Album Sonnenuntergaenge, ein Album Berge, ein Album Hochhaeuser...