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Tropische Kueste

01. September 2003

Diesmal haben wir nicht verschlafen und waren schon um 8:00 Uhr am Anfang des Wanderweges angelangt. Der Trampfelpfad fuehrte zunaechst ueber Stock und Stein einen Hang hinauf und dann hoch ueber dem Meer an der Kueste entlang. Dabei ging es staendig hoch und runter, um Bergruecken herum und in Taeler hinein. Schon nach kurzer Zeit oeffneten sich die ersten Blicke die Kueste entlang nach Sueden. Wunderschoen!

Weiter ging es durch dichte Vegetation. Ueberall Palmen und farn- oder kakteenartige Gewaechse mit so spitzen, armlangen Blaettern, dass man Angst hatte, sich die Augen auszustechen. Ueber dem Weg lag zeitweise der suesse Duft ueberreifer Guaven. Teilweise lagen sie zertreten auf unserem Weg. Wir probierten natuerlich ein paar, aber waren nicht so begeistert wie ueber die Erdbeer-Version dieser Fruechte. Ueber uns hingen pechschwarze Felsen aus vulkanischem Gestein.

Es herrschte eine brutale, feuchte Hitze. Die Pflanzen spendeten viel Schatten und auch Wolken sorgten wieder fuer etwas Entspannung, aber wenn der Weg der Sonne ausgesetzt war, vergluehte man fast auf diesem Stueck und musste im naechsten Schatten erstmal wieder Luft holen. In kurzer Zeit waren wir nass geschwitzt und ich machte wieder einen auf Tarzan und stellte meinen staehlernen Oberkoerper zur Schau.

Nach einer guten Stunde erreichten wir eine Bucht mit einem schoenen Sandstrand. Allerdings warnten hundert Schilder vor dem Baden und so stuerzten wir uns nicht ins Wasser. Am Rand konnte man in eine kleine Grotte hineingehen. Nach einer Pause gingen wir noch den naechsten Hang hinauf, bis wir wieder ein wenig die Kueste entlang blicken konnte, aber dann kehrten wir um. Der Weg geht hier 11 Meile an der Kueste entlang. Wir haben etwa 3 bis 4 Meilen zurueckgelegt. Geht man weiter, kann man am Ende oder zwischendrin zelten. Es fuehrt kein anderer Weg weiter und so muss man die gesamte Strecke wieder zurueck.

Inzwischen kamen uns scharenweise Wanderer entgegen und man kam aus dem Gruessen gar nicht mehr heraus. Auf dem Parkplatz zurueck herrschte Hochbetrieb. Wir konnten gerade so hinausmanoevrieren und machten uns auf die lange Fahrt nach Hause. Auf dem Weg goennten wir uns maxikanisches Fast Food bei Taco Bell. Mmmmh! Komisch, dass es den nicht in Deutschland gibt. Hier ist es eine willkommene Abwechslung zu den ewigen Burgern, die immer irgendwie neu sind, obwohl sie immer gleich schmecken. Wir haben schon laenger keine mehr gegessen, sondern kochen fleissig selbt.

Suedlich von Big Island ist heute ein Hurrikan vorbeigezogen. Vielleicht waren deshalb die Wellen heute Abend so hoch. Wir haben uns mit unseren Plastikreifen in die Wellen gestuerzt und herumschaukeln lassen. Dann haben wir uns wieder am Strand kienend umwerfen lassen. Wahnsinn welche Wucht die haben. Danach sassen wir und schauten dem Spiel von Licht und Schatten zu, waehrend die Sonne langsam hinter den Bergen tiefer sank. Es sieht immer besonders spekatulaer aus, wenn der Strand im Schatten ist, aber die Sonne schraeg auf die Brecher scheint und deren Gischt leuchtet.