Panierte Wale als Jaeger der verlorenen Vistors-Information |
29. August 2003
Nach der ungeheuren Anstrengung gestern haben wir uns heute, was das Wandern betrifft, einen Tag frei genommen. Unsere Suche nach Tageslinsen fuer mich blieb ohne Erfolg, weil man in den USA dafuer ein Rezept braucht. Um das zu bekommen muss man erst zum Augenarzt, und muss die Untersuchung dort natuerlich auch bezahlen. Vielleicht ist es ja in Australien einfacher.
Danach sind wir in Lihue, der Hauptstadt von Kauai, rumgegurkt und haben verzweifelt die Visitors-Information gesucht. Die haben wir auf unserer gesamten Reise bisher fast immer ohne Schwierigkeiten gefunden. Hier waeren wir ohne detailierte Beschreibung des Reisefuehrers voellig aufgeschmissen gewesen, und selbst damit war es noch schwer genug. Als wir sie dann schliesslich gefunden hatten, wurden wir fuer Karten und Informationen zu Wanderwegen zum Amt fuer Nationalparks weiterverwiesen, das wiederum ziemlich versteckt lag. Dort bestand das gesamte Informationsmaterial zu den zahllosen sich ueber Meilen durch verschiedenen Parks ziehende Wanderwege aus einer popligen Karte, fuer die man auch noch 5 Dollar bezahlen sollte. Wir lehnten dankend ab. Wir koennen guten Gewissens behaupten, viel von Nordamerika gesehen zu haben. Noch im hinterletzten Kaff gab es bessere Einrichtungen fuer Besucher als hier. Keine Ahnung, warum das so ist. Touristen gibt es hier jedenfalls genug...
Danach wollten wir herausfinden, wie teuer es ist, von hier ein Paket nach Deutschland zu schicken. Wir sind uns naemlich nicht sicher, ob es so etwas wie Verschiffung hier ueberhaupt gibt. Per Luftpost ist es auf jeden Fall zu teuer. Da schmeissen wir die Sachen, die wir nach Hause schicken wollen, lieber weg. Die Schlange im Postamt war dann aber so lange, dass wir auch dieses Vorhaben als gescheitert betrachten mussten.
Wir haben dann noch einen Ausflug an die Nordkueste unternommen und Ausblicke auf gruene Felder, Taeler, Berge und natuerlich das Meer genossen. Die Bucht von Hanalei wird als Badeort geruehmt, aber ehrlich gesagt, gefaellt es uns an unserem Hausstrand fast besser. Ein Leuchtturm stand noch auf dem Programm, dann fuhren wir wieder zurueck.
Wie gestern schon beobachteten wir eine Familie mit sechs Kindern von 1 bis 16 oder so. Inzwischen nehmen wir an, dass es keine Hotelgaeste sind, sondern Ortsansaessige. Es ist der absolute Wahnsinn, wie sich die Kinder im Wasser bewegen. So sieht es aus, wenn man mit dem Meer aufgewachsen ist. Von den Kindern konnten wohl einige eher auf dem Surfbrett stehen als Laufen. Wir dagegen bewegen uns nicht ganz so elegant durch die Wellen. Inzwischen machen wir uns einen Spass daraus, uns von den Brechern am Strand stehend oder knieend umwerfen und hin- und herwirbeln zu lassen. Unwiderstehlich ist die Kraft der Wellen. Das macht noch genausoviel Spass wie als Kind. Absolut herrlich! Wenn man manchmal dabei auch eher wie ein gestrandeter, mit Sand panierter Wal aussehen mag. Aber wen stoert das schon?