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Transfe(hle)rleistungen und die Rot-Gruene Insel

26. August 2003

Heute Morgen hatten wir wieder eines der Erlebnisse mit dem Personal am Empfang, auf deren lange Reihe wir bis zum Anfang unserer Reise zurueckblicken koennen. Gestern hatten wir noch gefragt, ob wir Gepaeck da lassen koennten, bis wir wiederkommen und dem war so. Heute Morgen war es dann ploetzlich nicht moeglich. Das hat uns der Mann am Empfang aber erst gesagt, nachdem er realisiert hatte, dass wir erst in drei Wochen wieder kommen. Es hat also scheinbar nicht gereicht zu sagen: Wir reisen morgen ab, kommen aber im September wieder; koennen wir Gepaeck hier lassen? Wir haetten stattdessen fragen sollen: Wir moechten gern Gepaeck fuer drei Wochen hier lassen, geht das? Die Transferleistung von der ersten Frage zur Tatsache, dass wir etwas fuer mehr als einen Tag aufbewahrt haben wollten, war wohl nicht drin. Also haben wir unser Zeug wieder eingepackt. Gott sei Dank hatten wir bis zur Abfahrt des Shuttle-Bus genug Zeit dafuer.

Ein anderes Beispiel fuer die mangelhafte Auffassungsgabe ist das seltsame Spiel mit den Zimmernummern. Wir wissen ja schon seit unserem letzten USA-Aufenthalt, dass man nicht "Room Threehundertandtwo" sagt, sondern "Room Three-O-Two". Diesmal haben wir festgestellt, dass es statt "Room Five-One-Two" unbedingt "Room Five-Twelve" heissen muss. In beiden Faellen bleibt absolut unverstaendlch, warum die ersten Versionen auch nach Wiederholung nicht verstanden werden. Gerade hier sind doch Touristen genug, die diese Regeln sicher noch nicht kennen. Wieder eine Transferleistung, die scheinbar unmoeglich ist. Ich hoffe, wir muessen niemandem die Nummer unseres jetzigen Zimmers sagen, die lautet naemlich 2006...

Diesmal gingen die Kontrollen viel schneller ueber die Buehne als in San Francisco. Dafuer durften wir dann am Gate laenger warten. Der Flug war ein Katzensprung, nach kaum einer Stunde waren wir schon da. Beim Abflug hatten wir schoene Aussicht auf Peal Harbour und die restliche Westkueste von Oahu. Beim Anflug auf Kauai sassen wir leider auf der falschen Seite, aber wir konnten durch die Fenster auf der anderen Seite einige Blicke auf schroffe, gruene Berge erhaschen.

Wir sind inzwischen in der Nachsaison angelandet. Ende August gehen die amerikanischen Sommerferien zu Ende. Das konnten wir beim Automieten ausnutzen und haben uns erst von mehreren Firmen ein Angebot machen lassen, bevor wir zuschlugen. Jetzt haben wir einen viel zu schnittigen Chrysler-Irgendwas mit allerlei Schnickschnack, der fuer 11 Tage nicht viel teurer ist als der Wagen von Seattle nach San Franciso, den wir nur drei Tage hatten. Ein Auto ist auf dieser Insel unbedingt notwendig, da es laut Reisefuehrer kein sehr gutes oeffentliches Verkehrsnetz gibt. Und auf dieser Insel wollen wir auch viel mehr auf Entdeckungsreise gehen, wie auf Oahu.

Unser Hotel war nur sechs Meilen vom Flughafen entfernt und wir hatten es schnell gefunden. Der erste Eindruck war gleich positiv. Weil hier nicht mehr viel los ist, haben wir fuer ein paar Dollar mehr ein Zimmer mit Kochgelegenheit bekommen und koennen jetzt endlich wieder nach Herzenslust Nudel mit Tomatensauce machen. Das Resort besteht aus einer Reihe langestreckter einstoeckiger Gebaeude, die um zwei kleine Pools und schoen gestaltete Gruenflaechen herum angeordnet sind. Wir haben ein grosses Zimmer im ersten Stock mit einem Balkon, von dem aus man auf den Pool und die Palmen schauen kann. Herrlich! Auf einer Seite oeffnet sich die Gebaeudereihe zum Strand und der Rasen der Gruenanlage geht unmittelbar in den Sand des Strandes ueber. Ein paar Meter weiter branden die Wellen des Pazifik mit ungebremster Wucht auf den Strand. Ein paar Baeume spenden Schatten, so dass man es dort auch laenger aushalten kann. Erst dachten wir, man koennte wegen der Wellen und der gefaehrlichen Stroemung gar nicht dort ins Wasser gehen. Dann haben wir aber einige Leute gesehen, die badeten und haben es schliesslich auch gewagt. Die Wellen haben eine ungeheure Wucht und man muss gegenhalten, um nicht umgeworfen zu werden. Die Rueckstroemung vom Strand ist so stark, dass sie einen ebenfalls fast die Fuessen wegreisst. Nach ein paar Metern kann man schon nicht mehr stehen und dort schaukeln einen die Wellen nur noch auf und ab. Ein paar Kinder warfen sich mit ihren kurzen Brettern in die Brandung und wurden zu ihrem Vergnuegen ordentlich durcheinandergewirbelt.

Am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Auto ein wenig durch die Gegend. Die Erde hier ist dunkelrot und das sieht im Kontrast zu dem allgegenwaertigen Gruen einfach toll aus. In der Naehe liegt der Sleeping Giant, nach Kanada schon der zweite auf unserer Reise. Ein paar Felsen sehen so aus wie ein auf dem Ruecken liegender Riese. Wolken hingen in den Bergen des Inselinneren und die Sonne schien mal durch, mal herrschte Schatten. Draussen auf dem Meer ging ein Schauern nieder und man konnte einen kleinen Regenbogen sehen. Nach einem kurzen Spaziergang waren wir voellig am Ende und fragten uns, wie wir die Wanderungen ueberstehen sollen, die hier unverzichtbar sind.

Fazit: Wir sind auf einer wunderschoenen Insel gelandet und haben mit dem Hotel wieder ein Riesenglueck gehabt.