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Einmal einen Regenbogen in der Hand halten

23. August 2003

Hier ist es wirklich wunderbar. Wir wissen auch nicht, warum uns der doch sehr ausgepraegte Tourismus ueberhaupt nicht stoert. Vielleicht ist es die Gelassenheit der Hawaiianer, die sich auch auf die Touristen uebertraegt. Heute morgen im Starbucks-Cafe herrschte jedenfalls schon um 7:00 Uhr eine ausgelassene Stimmung. Wir haben mit dem Flug wieder drei Stunden gewonnen und sind jetzt von der Zeit her auf der anderen Seite der Welt gelandet: 12 Stunden Unterschied sind es nun zu Deutschland. Deshalb waren wir gestern Abend ziemlich muede und heute Morgen frueh auf.

Nachdem ich die aktuellen Einwahlnummern herausbekommen habe, konnte ich mich auch wieder mit meinem Rechner einwaehlen und den Reisebericht aktualisieren. Das alles natuerlich nur, um Euch noch neidischer zu machen.

Am Strand war schon recht viel los und wir stuerzten uns natuerlich sofort wieder in die Fluten. Es ist heute etwas bewoelkt und heute Morgen nieselte es sogar. Aber das war uns nur recht, denn wenn die Sonne ungehindert scheint, brennt sie einem den Pelz weg. Ungeschuetzt hat man bestimmt in fuenf Minuten einen ausgewachsenen Sonnenbrand.

Gegen Mittag hatten wir trotzdem genug. Ich muss mir unbedingt wieder Tageslinsen kaufen, um meine Sonnenbrille tragen zu koennen. Da ich keine mit Schaerfe habe, ist das der beste Weg, nicht geblendet zu werden und trotzdem etwas zu sehen.

Am Nachmiitag haben wir uns erstmal standesgemaess eingekleidet: Ein rotes Hawaii-Hemd fuer mich und ein blaues Hawaii-Kleid fuer Kyte. Wir haben beides sofort angezogen und sind wie die Reinkarnation eines typischen Hawaii-Touristenpaares stolz durch die Strassen Wakikis gegangen. Wie Teenager kichernd stecken wir uns gegenseitig noch gelbe Hibiskusblueten an. Weil's so schoen war, kauften wir uns dann noch ein Shafe-Ice. Das sind im wesentlichen zu einer Art Eisbrei zermahlene Eiswuerfel, die in einem Becher aufgetuermt und danach mit blauem, rotem und gelben Sirup uebergossen werden. Es sieht dann so aus, als haette man einen Regenbogen in der Hand. Das Eis schmeckt entsetzlich suess und nach Chemie, aber was soll's.

Der bewoelkte Tag liess eigentlich auf keinen schoenen Sonnenuntegang hoffen, aber wir wurden eines Besseren belehrt. Die Wolken machten das ganze Schauspiel noch viel spektakulaerer. Wenn die Sonnenuntergaenge hier immer so sind, bekomme ich einen Tennisfinger vom vielen Knipsen. Es ist so schoen, dass man immer wieder den Kopf darueber schuetteln und sich gegenseitig zwicken muss, um sich zu versichern, dass man nicht traeumt. Dabei ist es wirklich traumhaft. Ganz viele Leute stehen am Strand und staunen und die Gesichter leuchten im Widerschein der untegehenden Sonne. Auf dem Heimweg gabe es dann noch ein kleines Feuerwerk. Kann es noch schoener werden?