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Aloha

22. August 2003

Nun sind wir also tatsaechlich in Hawaii. Der Abschied von Nordamerika fiel uns am Ende nicht besonders schwer. Aus San Francisco wollten wir einfach nur weg, was natuerlich auch an der schrecklichen Unterkunft lag. Gestern haben wir zu allem Ueberfluss auch noch Kakalerlaken ausfindig gemacht. Mit Hostels dieser Art sind wir jedenfalls fertig.

Heute Morgen waren wir entgegen den Angaben des Shuttle-Service schon in 15 Minuten am Flughafen und waren so 2 Stunden 45 Minuten vor dem Abflug zur Stelle. Wie sich herausstellen sollte, war das genau richtig. Wir brauchten eine Stunde, um bis zum Check-In-Schalter vorzudringen und noch einmal eine Stunde, um durch die Kontrollen zum Gate zu kommen. Auslaender einer bestimmten Altersgruppe werden grundsaetzlich besonders sorfaeltig gefiltzt. Dazu gehoert Schuhe ausziehen, ein Extra-Test mit dem Metalldetektor und ein Durchsuchung des Handgepaecks. Weil wir so frueh waren, wurden wir nicht nervoes wie viele Leute hinter und vor uns, aber es war furchtbar anstrengend. Und das Ganze ohne Kaffee, weil wir quasi nach dem Aufstehen gleich los sind.

Als wir endlich durch waren, konnten wir gerade noch einen Kaffee schluerfen und einen Muffin in uns hineinstopfen, dann mussten wir schon einsteigen. Der Flug war angenehm und mit "Anger Management" wurde sogar ein ganz witziger Film gezeigt.

Im Anflug auf Hawaii konnten wir schon braune Vulkankegel, weisse Straende und blau-gruenes Wasser ausmachen. Wir konnten uns gerade noch zurueckhalten laut "Aloha He" zu singen und summten leise vor uns hin.

Kaum auf Oahu gelandet, machten wir uns gleich auf die Suche nach einem Ticketschalter von Hawaiian Airlines und buchten die drei Fluege nach Kauai, Big Island und wieder zurueck. Dann fanden wir einen Quantas-Schalter und liessen unsere anderen Tickets aktualisieren.

Mittlerweile lief uns der Schweiss in Stroemen des Ruecken herunter und wir ware leicht angeschlagen wegen des doch sehr schwuelen Klimas. Das Warten auf den Shuttle-Bus und die anschliessende Tour von Hotel zu Hotel war dann noch einmal ziemliche Folter. Aber schliesslich sind wir in unserem Hotel in Waikiki angekommen und haben ein grosses, nettes Zimmer mit Balkon. Zwar kein Strandblick, aber das kann man fuer den Preis nicht erwarten. Wir sind positiv ueberrascht von unserer Internetbuchung. Das laesst ja auch fuer Kauai hoffen. Waikiki liegt direkt neben Honolulu und ist vielleicht auch nur ein Stadtteil dieser Stadt. Hier steht eine geballte Sammlung massiger Hoteltuerme. Der beruehmte Waikiki-Beach ist leicht zu Fuss zu erreichen, die Sonne scheint, Palmen schwingen im Wind...wir sind in Hawaii.

Nach einer kurzen Ruhephase sind wir los zum Strand. Bis dahin sind es drei Blocks und dazwischen liegt die International Market Plaza eine Sammlung von Souvenierlaeden in einem laubenartigen Areal. Zwischen den Buden stehen ab und zu knorrige Baeume und ein Springbrunnen gibt dem ganzen einen einladenden Charakter. Nach dem Markt fuehrt ein schmaler Durchgang zwischen zwei Hotels zu Strand. Und dann steht man im Sand von Waikiki Beach und ein Suedseetraum wird wahr. Der Strand ist ueberraschend schmal und stark bevoelkert. Der Sand ist fein und hell, Palmen stehen ueberall vor den himmelhohen Hotelbauten. Die Masse von Menschen und diese Kaesten koennten stoeren, aber dann sieht man das Meer, das Wasser, diese Farbe...unglaublich. Wir setzen uns in den Sand und staunen. Nach links schaut man auf den braunen Buckel des Diamond Head. Auf beiden Seiten zieht sich der Strand weiter entlang, unterbrochen durch schmale Felsstege, die ins Wasser rausreichen und wohl die Wucht der Wellen bremsen sollen. Teilweise ist genug Platz fuer ein wenig Rasen und noch mehr Palmen zwischen den Hotels und dem Strand. An diesem Teil des Strandes fuehrt keine Strasse zwischen den Hotels und dem Strand vorbei. Die Hotelanlagen gehen quasi direkt in den Strand ueber. In einem Cafe hinter uns spielen ein paar Leute entspannte Soulmusik.

Nachdem wir genug gestaunt haben, stuermen wir uns Wasser. Es ist warm. Endlich ist das Wasser mal warm! Die Wellen und die Stroemung sind ueberraschend stark. Wir haben zwar darueber gelesen, aber man kann sich diese Gewalt doch nicht ganz vorstellen. Es hebt einen hoch, zerrt einen erst zum Strand, dann vom Strand weg und dabei hat man die ganze Zeit das Gefuehl, das das Wasser absolut ruhig ist. Weiter draussen brechen die Wellen richtig und wie es das Klischee will, sehen wir unzaehlige Wellenreiter.

Nach kurzer Zeit haben wir trotz des fortgeschrittenen Nachmittags das Gefuehl zu vergluehen. Wir gehen auf die Suche nach etwas zu Essen und Wasser. Nach drei Wochen Abstinenz ist mal wieder ein Burger erlaubt. Danach kehren wir an den Strand zurueck. Die Sonne geht hier schon um 19:00 Uhr unter. In einem kleinen grasbewachsenen Rund sehen wir Vorbereitungen fuer eine Darbietung und setzen uns zu den Zuschauern. Was folgt ist eine wunderschoene Vorstellung aus hawaiianischer Musik und Hula-Tanz. Wir sind hin- und hergerissen zwischen den beschwingten Bewegungen und dem Sonnenuntergang der alle Erwartungen erfuellt. Ich springe herum und knipse wie wild.

Innerhalb einer Stunde wird es dunkel. Jetzt wirken sogar die Hotelkomplexe romatisch. Am Strand ziehen sich brennende Fackeln als Beleuchtung entlang. Die Brandung rauscht herein und ueberall spielt sanfte Musik. Wir sind Hawaii schon jetzt hoffnungslos verfallen.