Das Funkeln der English-Bay |
12. August 2003
Welch eine Stadt! Unglaublich. Unser Tag bestand bis zum Mittag aus Faulenzen und Sushi-Essen. Am fruehen Nachmittag hatten wir dann einen Friseurtermin. Nach vier Monaten sollte man sich wohl mal wieder die Haare scheiden lassen. Wir waren schon auf dem besten Weg zu langhaarige Bombenlegern zu mutieren. In Anbetracht der Grenzkontrollen am Freitag keine gute Idee. Also stellten wir uns als Opfer von "advanced stundents" zur Verfuegung und uebten schon vorher, wie wir in Englisch erklaeren sollten, welche Frisur wir wollten. Das ist ja auf Deutsch schon schwer genug. Am Ende war es einfacher als befuerchtet und eigentlich ganz lustig. Wir haben uns mit unseren Friseurinnen gut unterhalten und sie haben uns auch nicht verunstaltet.
Da der Tag nach anfaenglichen Wolken wieder sehr sonnig geworden war, liehen wir uns danach Fahrraeder und fuhren die beruehmte Seawall-Promenade entlang. Diese Promenade fuehrt um die Halbinsel des Stanley Parks herum, der die Downtown von Vancouver nach Norden hin abschliesst. Der Weg hielt alles, was der Reisefuehrer versprochen hatte. Erst hat man atemberaubende Ausblicke auf die Downtown, dass man sich fast schon an Manhatten erinnert fuehlt, wenn auch die Hochhaeuser laengst nicht so hoch sind. Dann sieht man den grossen Industriehafen. Ein paar Kurven weiter oeffnet sich der Blick ueber das Burrad-Inlet auf Nord-Vancouver, die Berge dahinter und die Lions-Bridge, die sich in unglaublicher Hoehe hinueberschwingt. Dann aber oeffnete sich der Blick richtig und zwar nach Westen ueber die English-Bay auf's offene Meer hinaus, in das majestaetisch einige Poette ausliefen. Die Sonne gleiste am spaeten Nachmittag auf dem Wasser und alles funkelte und schimmerte. Ich musste staendig anhalten und Fotos schiessen. Ein isolierter Felsturm stand an einer Stelle vor der eigentlichen Kueste, als haette ihn jemand dort als Denkmal abgestellt. An einem kleinen Strand machten wir halt und aalten uns eine Weile in der Sonne. Der Sand war fein und weiss, einige Baumstaemme lagen herum, an die man sich anlehnen konnte. Das Wasser war eiskalt, aber ein paar Hartgesottene badeten trotzdem. Wir fuehlten uns pudelwohl.
Spaeter kamen wir an einem Freibad vorbei, von dessen erhoehten Becken man direkt auf das Meer schauen kann. Etwas weiter laesst man den Stanley-Park hinter sich, dort reicht die Downtown wieder bis an's Meer. Das Ufer ist parkartig gestaltet, Baeume spenden Schatten, Hotdog-Verkaeufer bieten fettige Wuerste mit Sauerkraut an und direkt am Wasser zieht sich wieder ein Sandstrand entlang. Die Bay wird im Abendlicht von unzaehligen Segelbooten gesprenkelt.
Wir beschlossen, unsere Raeder zurueckzugebe und an diesen Strand zurueckzukehren. Dort legten wir uns dann auf den Rasen, liessen uns wiederum die Sonne auf den Pelz brennen und kamen zum Schluss, dass Vancouver einwandfrei eine der schoenste Staedte ist, die wir bisher gesehen haben. Als die Sonne tiefer sank, wurde alles noch schoener, aber auch kuehler und so machten wir uns bald auf den Weg zurueck ins Hostel. Wenn das Wetter morgen mitspielt, werden wir auf den Grouse-Montain steigen.