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Das kanadische Sydney

11. August 2003

Heute haben wir es endlich geschafft, unsere Kohle, die wir beim Autoverkauf in Anchorage bekommen haben, in Travellerchecks anzulegen. Das hat deshalb so lange gedauert, weil uns die verdammten Banken alle 2% der Gesamtsumme als Gebuehren abzocken wollten. 1% haetten wir ja noch gezahlt, aber bei der Summe machte 1% mehr schon ziemlich viel aus. Wir konnten uns nur schwer zurueckhalten, den Bankangestellten einen Vogel zu zeigen. Es war zwar ein gewisses Risiko, das Geld mit sich herumzutragen, aber die Bauchtasche ist mir in der Zeit fast angewachsen, so dass ich sie kaum mehr gespuert habe und wir haben uns ja auch nicht in Gegenden rumgetrieben, die gefaehrlich gewesen waeren. Hier in Vancouver gab es nach Anchorage das erste Mal wieder eine Filiale von American Express und dort mussten wir ueberhaupt keine Gebuehren entrichten. Am liebsten wuerde ich jetzt noch den Abzocker-Banken eine lange Nase machen: Aetsch!

Wir haben unsere Erkundungen von Vancouver heute fortgesetzt und uns Granville-Island angeschaut. Das ist eine Halbinsel, die frueher ausschliesslich Fabriken und Lagerhallen beherbergte und jetzt zu einer Art Verguengungsviertel geworden istmit einer Kleinmarkthalle, unzaehligen Restaurants, Kunstgeschaeften, Cafes, einem Jachthafen und Gruenanlagen. Wiederum ein Beispiel fuer den unheimlichen Rennovierungs- und Bauboom, den diese Stadt in den letzten Jahren gehabt haben muss. Das ganze Viertel befindet quasi unterhalb der hohen Granville-Bridge, die zwar nicht mit der Harbour-Bridge zu vergleichen ist, aber trotzdem erinnert uns Vancouver sehr an Sydney. Nicht zuletzt weil Stadt 2010 Ausrichter der Olympischen Winterspiele geworden ist und man ueberall Hinweise darauf findet.

Wir haben heute ein guenstiges Hotel in Seattle und ein Auto fuer die Fahrt nach San Francisco reserviert. Koennte also sein, dass wir bald wieder motorisiert sind. Irgendwie traue ich der Online-Buchung des Autos noch nicht ganz. Mal schauen ob das mit rechten Dingen zugegangen ist.

Letzte Nacht haben wir auch endlich wieder besser geschlafen. Freitags und Samstags geht der Vancouver naemlich aus und tut seine gute Laune spaet abends durch laute Schreie kund. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Maennlein und Weiblein. Zusaetzlich werden Autos bis mindestens 5000 Umdrehungen beschleunigt, bevor geschaltet wird (Dazu wird wahrscheinlich die Automatik ausser Kraft gesetzt.). Oder man heizt gleich mit einer augemotzten Harley durch die Gassen und macht den Hoellenlaerm, die diese Motoradidioten ueberall auf der Welt machen. Wir mussten trotz Waerme das Fenster schliessen. Mittags um 12:00 Uhr war es da noch ruhiger als 2:00 Uhr nachts.

Natuerlich waren wir auch wieder Sushi essen. Das wird hier mittlerweile zu einer festen Einrichtung. Es ist aber auch lecker!