Zu Lande, zu Wasser und aus grosser Hoehe... |
10. August 2003
Das Feuerwerk gestern Abend war wirklich sehr gelungen. Wir sind gegen 21:00 Uhr los. Wir wussten nur, dass es irgendwo in der English-Bay stattfinden sollte, die sich an der Westseite von Downtown befindet. Nach kurzer Zeit merkten wir, wie die Massen mit uns stroemten und schliesslich hatte die Polizei sogar eine Hauptstrasse fuer den Verkehr gesperrt, damit die Fussgaenger genug Platz hatten. Es herrschte eine aehnliche Atmosphaere wie auf dem Museumsuferfest. Die Strasse fuehrte kerzengerade ueber einen Huegel auf die Bay zu und es war ein erhebender Anblick, als das die Bucht ueber den Koepfen der Masse sichtbar wurde. Das Feuerwerk war dann mit Musik unterlegt und sehr schoen zusammengestellt, was daran liegen mag, dass vielleicht ein chinesischer Feuerwerker fuer das Ganze verantwortlich war. Am meisten Spass gemacht hat uns allerdings die Begeisterung der Leute. Ich habe selten so ein begeisterungsfaehiges Publikum gesehen. Jede gelungene Variante wurde mit Aahs und Oohs bewundert und wenn es zu einem Hoehepunkt kam, konnten sich die Vancouver kaum halten vor Begeisterung. Wenn ein Musikstueck zu Ende ging, wurde geklatscht, gejohlt und gepfiffen was das Zeug hielt. Als das Feuerwerk zu Ende war, stroemten wir mit den Massen durch die Strassen Vancouvers wieder nach Hause. Alles ging sehr friedlich zu.
Wir haben jetzt auch ein paar Supermaerkte in Downtown gefunden. Uns faellt auf, dass hier in der Innenstadt sehr viele Menschen tatsaechlich wohnen und nicht nur arbeiten. Viele der mittelhohen Hochhaeuser sind, wie uns jetzt auffaellt, gar keine Buerogebaeude, sondern Wohnungen. Das geht hier munter durcheinander und deshalb ist die Innenstadt hier auch so unwahrscheinlich belebt. Die multikulturelle Mischung hier ist beispielhaft. Vom deutschen Eisverkaeufer in einem italienischen Salon bis zum phillipinischen Schuhputzter und japanischen Sushi-Spezialist ist hier auf engstem Raum alles vertreten. Aber natuerlich ist nicht alles Gold was glaenzt und so gibt es gerade in unserer Gegend auffallend viele Bettler, die einen nach "change" fragen.
Am Nachmittag sind wir dann mal in die andere Richtung aufgebrochen und ueber die Granville-Bridge gegangen. Diese ausserordentlich hohe Bruecke verbindet die West-Side mit Downtown und fuehrt ueber den False Creek, der vielleicht deshalb so heisst, weil er eigentlich gar kein Creek, sondern eher eine Art in die Stadt reichender Meeresarm ist. Die Aussicht war absolut atemberaubend, auch weil das herrlichste Wetter herrschte. Auf der einen Seite Downtown mit seinen zahllosen Hochhaeusern, auf der anderen Seite terrassenfoermige Wohnkomplexe, die zwar wuchtig, aber dennoch wohnlich wirken. Ueberhaupt hat man den Eindruck, als ob Vancouver gerade gestern gebaut worden waere. Alles wirkt unheimlich neu, oder zumindest eben gerade rennoviert. Dazwischen der False Creek auf dem sich am heutigen Sonntag alles wild durcheinander bewegte, was nur irgendwie schwimmt. Auf der anderen Seite fuehrte unser Weg durch Park- und Wohnanlagen am False Creek entlang bis zum Meer. Kurz davor befand sich eine Anlegestelle des Aqua-Bus. Das sind kleine, knubbelige Faehr-Schiffchen, die als Wassertaxi fungieren. Natuerlich sind wir damit ueber's Wasser geschippert und haben das ganze Panorama nochmal von dort aus auf uns wirken lassen.
Da so ein perfektes Wetter war, beschlossen wir zum Harbour-Tower zu gehen und zu guter Letzt auch noch von ganz oben einen Eindruck zu bekommen. Der Weg fuehrte uns durch ein ehemaliges Lager- und Fabrikgebiet, das nun hippe Lofts und schicke Restaurantes beherbergen. Die Backsteinfassaden geben dem ganzen ein aehnliches Flair wie "The Rocks" in Sydney. Die Aussicht vom Harbour-Tower war sein Geld wert und hat auch noch die letzten Zweifel beseitigt, dass Vancouver eine ganz ausserordentliche Stadt ist. Spaetestens nachdem wir heute am Abend als es dunkel war erneut auf dem Turm ware (Das Ticket galt den ganzen Tag.), kann uns keiner mehr vom Gegenteil ueberzeugen..