Zigeuner |
29. Juli 2003
Wir sind wieder unterwegs. Diesmal bringt uns die Faehre nach Petersburg, wo wir mitten in der Nacht ankommen werden. Diese Faehre ist sehr viel groesser als die Letzte. Jedoch sind wir so spaet vom Shuttle-Bus ans Terminal gebracht worden, dass im Solarium schon fast alle Liegen belegt waren. Wir fanden nur noch welche, die schon kein Dach mehr ueber den Kopf hatten und natuerlich fing es genau in dem Moment zu regnen an, als wir es uns mit Schlafsaecken gemuetlich gemacht hatten. Da es empfindlich kalt war (die Roeststrahler werden hier wohl erst spaeter eingeschaltet), waeren wir wahrscheinlich eh bald ins Innere gefluechtet.
Hier sitzen wir jetzt in einer "Lounge" und fuehlen uns etwas fehl am Platz. Kein ausser uns scheint Gepaeck dabei zu haben und wir bekommen Blicke zugeworfen, die wohl auch Zigeuner oefter ertragen muessen. Keine Ahnung wo die Leute ihr Gepaeck haben. Vermutlich sind sie alle mit ihrem Scheissmobil auf der Fahere oder haben Kabinen gemietet. Sorry, aber wir reisen eben anders. Das Durchschnittsalter liegt vermutlich so bei 85,7. Was uns im Solarium an den Super-Saver-Travellern nervt mit ihrem Wir-sind-so-unheimlich-unorthodox-und-frei-Getue das ist uns hier zu distinguiert. Scheinbar ist man entweder alt oder Hippie wenn man hier auf diese Art reist. Dazwischen gibt's nichts.
Viele Leute hier reisen scheinbar in einem durch an Kanada vorbei nach Bellingham, Washington. Ich bin froh, dass wir die Zeit fuer mehrer Stops haben. Waere schade, wenn man nur ein oder zwei Stunden Zeit hat, sich einen Ort anzuschauen, was oft gar nicht moeglich sein duerfte, weil die Anlegestellen wie bei Sitka mehrere Meilen von der Stadt entfernt sind. Nach wie vor kann ich nicht verstehen, wie man sich dabei aussdem eine Stadt wie Vancouver entgehen lassen kann.
Wir haben heute erschreckt festgestellt, dass von Port Hardy an der Nordspitze von Vancouver Island gar keine Faehre nach Vancouver faehrt. Die Insel ist naemlich verdammt gross und langestreckt und die Faehre nimmt natuerlich die kuerzeste Verbindung, deren Ausgangspunkt sich etwa 300 Kilometer suedlich von Port Hardy befindet. Mal schauen, wie wir dorthin kommen.
Es ist etwas schwer, hier jetzt nicht einfach einzuschlafen, aber das waere fatal, wenn dann um zwei Uhr das Schiff anlegt und wir von Bord stolpern muessen. Lieber bleibe ich wach und schlafe morgen richtig aus. Kyte schlummert neben mir und ist keine grosse Hilfe. Draussen ist es richtig dunkel. Die langen Tage sind woh endgueltig l vorbei.