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Das Mikrowellendesaster

23. Juli 2003

Den heutigen Vorimttag haben wir mit organisieren verbracht. Erst haben wir versucht, das Ticket-Office der Faehre zu finden, aber zum wiederholten Mal erwies sich unser Reisefuehrer als fehlerhaft oder ueberholt. Schliesslich waehlten wir einfach die kostenlose Telefonnummer und reservierten auf diese Weise alle Faehrstrecken. Danach mussten wir erstmal den Kopf ueber unsere Dummheit schuetteln, weil wir das nicht gleich gemacht hatten. Naja, auf jeden Fall sind jetzt alle Strecken bis Prince Rupert reserviert. Prince Rupert liegt dann schon wieder in British Columbia, Kanada. Von dort aus werden wir dann wahrscheinlich wieder eine Faehre nehmen, zu der hier keine Information zu bekommen ist, weil es dann eine kanadische Faehre ist und wer braucht schon kanadische Faehren, wenn man doch an Kanada vorbei gleich nach Seattle fahren kann. Aber was soll man erwarten, wenn der Horizont der meisten Amerikaner schon an der Grenze ihren Bundeststaats endet. Kanadier sind da anders. Unseren Faehrplan fuer die Alaska-Faehren haben wir schon im Yukon bekommen. Scheinbar denken die Kanadier etwas weiter oder koennen sich eher vorstellen, das Reisen eben auch Grenzen ueberschreiten bedeutet.

Erstaunlicherweise wird es hier uebrigens schon um 22:30 Uhr dunkel! Das ist nach den langen Tagen bisher in Alaska ganz ungewohnt. Wir haben ewig nicht mehr die Nachtlicher einer Stadt gesehen und stellen wieder fest, welchen Reiz das hat. Wir befinden uns zwar gegenueber Anchorage nur etwa 200 Kilometer suedlich aber mehr als 600 Kilometer weiter im Osten.

Sightseeing ohne Jeep ist doch etwas anders. So mussten wir heute mit dem oeffentlichen Bus 40 Minuten zum Mendenhall Glacier fahren. Eine Strecke, die wir sonst in 10 Minuten zurueckgelegt haetten. Ja, ja unser Jeep. Wir trauern ihm schon ein wenig nach (schluchz!). Der Mendenhall Glacier ist ganz nett und reicht noch bis ins Tal herunten an seinen Gletschersee. Aber ganz ehrlich, nach unserem Gletscherkalben in Seward kann uns da nichts mehr so richtig beeindrucken.

Da wir wieder ein Zimmer mit Kuechenzeile haben, koennen wir uns selbst kochen. Wobei wir von Nudeln mit Tomatensauce jetzt doch langsam genug haben. Heute haben wir mal Mikrowellen-Essen ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, das wir es bei dem einen Mal bewenden lassen. War das uebel! Ein absolutes Desaster. Es soll ja Leute geben, die sich nur von so etwas ernaehren. Brrrrr, da schuettelt's mich.

Was essen wir sonst so? Also morgens gibt es immer getoastete Bagel. Wir toasten sie im Backofen, weil wir wieder keinen Toaster haben. Auf die Bagel kommt...Nutella! Ja, das kriegt man Gott sei Dank ueberall, obwohl sich die Amerikaner immer wundern, wie man sich nur Schokolade auf's Brot schmieren kann. Scheinbar reichen die Touristen fuer den Umsatz aus. Viel Auswahl koennen wir uns jetzt wegen des schwierigeren Transports nicht mehr leisten. Bisher hatten wir immer noch zwei grosse Tueten mit allerlei Basissachen wie Gewuerzen, Nudel und Keksen im Auto. Das geht jetzt nicht mehr. Mit Burgern halten wir uns sehr zurueck und haben wohl auch deshalb wieder etwas abgenommen. Das war aber auch bitter notwenig bei dem Whopper-Bauch, den ich schon langsam bekam. Wir essen viel Salat, und wenn wir weg gehen meistens Fisch

Heute Abend konnten wir dann am Hafen noch verfolgen wie eines der riesigen Kreuzfahrtschiffe ablegte. Majestaetisch schwenkte es vor dem Kai herum, bis es fjordabwaerts davonfuhr. Toller Anblick.

Wir haben zwar schon wieder eine CD mit Fotos brennen lassen, aber in der Public Library konnte man sie nicht hochladen. Kommt noch.