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Die Hauptstadt, zu der keine Strasse fuehrt

22. Juli 2003

Jetzt sich wir also in der Hauptstadt Alaskas gelandet. Seltsam aus Anchorage, das diesen Titel viel eher verdient haette, hier in diesen Ort zu kommen, der nicht einmal auf einer Strasse zu erreichen ist. Aber die Alaskaner wollen das sicher so. Passt halt eher zum Image als "Last Frontier", das sogar auf den Nummernschilder steht.

Auf der Fahrt zum Flughafen unterhielten wir uns angeregt mit unserem chilenischen Taxifahrer ueber Deutschland und die verschiedenen Steuer- und Krankenversicherungssysteme. Ausnahmsweise hatte er mal keine Verbindung nach Deutschland, aber war ausserordentlich interessiert. Er erzaehlte uns auch, dass die Elche im Winter auf der Suche nach Futter bis in die Stadt kommen. Und dass man versucht hat, die Entenschwaerme umzusiedeln, weil sie den Flugverkehr behindern.

Der Flug verlief problemlos und leider ohne grosse Ausblicke, weil alles bewoelkt war. Nachdem wir gestern ueber das Internet gebucht hatten und sogar eine Sitzplatzreservierung machen konnten, haben wir heute an einer Station im Flughafen den Boarding-Pass gezogen und waren beeindruckt davon wie modern das alles ist. Nur das Gepaeck musste noch manuell eingecheckt werden.

Juneau liegt fast am Ende eines langezogenen Fjords und ist umgeben von Bergen. Aus dem Motelzimmer schauen wir gegen einen baumbestandenen Hang und koennen das Haus des Gouverneurs, eine Art "Weisses Haus" im Miniaturformat, sehen. Leider koennen wir nicht auf den Fjord schauen, aber das Zimmer war auch so schon teuer genug. Wir haben allerdings gesehen, dass im Hafen 4(!) Kreuzfahrtschiffe liegen und werden gleich mal gucken gehen.

Auf der Fahrt zum Motel betaetigte sich der Fahrer gleich als Fremdenfuehrer und wies uns neben verschiedener Sehenswuerdigkeiten auf Adler und springende Fische hin, die wir mal eben so im Vorbeifahren zu sehen bekamen. Das ist eben Alaska. Da faellt man auf Schritt und Tritt ueber wilde Tiere.

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Jetzt waren nur noch zwei Schiffe da. Eines lag quasi direkt in Downtown an einem grossen Kai angedockt. Man konnte bis ganz nah heran gehen und dort stehen, wo sich das Schiff ueber den Kai woelbt. Im Hintergrund riss die Bewoelkung etwas auf und auf dem weissen Bug schimmerter das Abendlicht. Ich stelle immer wieder fest, dass Schiffe gleich welcher Art mich immer wieder sehr beeindrucken. Aber es ist auch schwer von einem solche Koloss nicht beeindruckt zu sein.

Die Innenstadt von Juneau ist genau wie in Anchorage eine einzige Ansammlung von Souvenirshops. Daneben zieht sich die Stadt an steilen Haengen hinauf. Lange Treppen verbinden die verschiedenen Ebenen und man sieht auch steile, huegelige Strassen wie in San Francisco, nur viel schmaler. Teilweise stehen hier sehr schoene Haeuser an den Haengen, die sicher tolle Ausblicke bieten, wenn nicht einer der entsetzlichen Parkhaus-aehnlichen Bauten sie Sicht versperrt. Eine eigenartige Mischung ist das hier. Juneau koennte eine schoene Stadt sein, hat das Ziel aber leider wegen dieser Bausuenden knapp verfehlt. Es gibt auch eine Seilbahn auf einen der Juneau umgebenden Berge. Wenn das Wetter nicht allzu schlecht ist, werden wir dort mal hochsteigen. Man muss hier schon zufrieden sein, wenn es nicht ununterbrochen regnet, denn hier regnet es sehr viel.