Badesee fuer Nichtschwimmer und des Moose's Tooth |
19. Juli 2003
Heute waren wir wieder den halben Tag am See. Diesmal haben wir einen anderen ausprobiert, den Jewel Lake. Er konnte zwar nicht ganz halten, was der Name versprach, aber es war trotzdem ganz nett. Wiederum war ein winziger Bereich des Sees abgesperrt, ausserhalb dessen sich keiner aufhalten durfte. Darueber wachte wieder mindestens ein Bademeister. Das Wasser im gesamten abgesperrten Bereich war gerade mal kniehoch und so plantschen denn da auch nur Kinder herum. Bei uns nennt man so etwas Nichtschwimmerbereich, aber es kann doch nicht sein, dass hier niemand schwimmen kann! Erwachsene schwimmen hier wohl aus Prinzip nicht und wir hatten natuerlich auch keine Lust. Vielleicht ist das auch wieder so eine Sache, die man nicht macht. Vielleicht schwimmen Erwachsene eben nur im Schwimmbad und zu sportlichen Zwecken und nicht im See, weil das nur Kinder machen, oder aus sonst einer kruden Logik heraus. Als Erwachsener muss man beim riesigen Broiler-King sitzen und die Burger ueberwachen, die dort brutzeln. Als Mutter darf man vielleicht noch die Kinder an die Hand nehmen und mit den Fuessen ins Wasser gehen. Sicher habe ich mich total laecherlich gemacht, als ich in den Goose Lake gegangen bin und sie haben mich hinter meinem Ruecken als "whimp" oder "fruitcake" belacht oder als potentieller Kinderschaender verdaechtigt. Wer weiss das schon? Vielleicht unterliegen wir mal wieder einem kulturellen Missverstaendniss, aber man stelle sich vor, im Krotzenburger See waere das Schwimmen ausserhalb des Nichtschwimmerbereichs verboten! Das ist doch kein Badesee! Die spinnen, die Amis...toc, toc toc.
Wir haben die Fotos, die wir hochgeladen haben jetzt richtig sortiert und kommentiert. Hier nochmal der Link:
Dabei ist uns aufgefallen, dass wir schon die ersten Namen vergessen und nicht mehr wissen, wo manche Fotos gemacht wurden. Wir sollten vielleicht hier noch mehr Namen nennen. Allein die Strassennamen in Anchorage sind erwaehnenswert. Zwar sind die Strassen in Downtown numeriert oder buchstabiert, dafuer hat man sich aber bei den andern und den Parks und Seen wohl besondere Muehe gegeben. Da gibt es den "Arctic Boulevard" und einen "Northern Lights Boulevard", den "Earthquake Park" und den schon erwaehnten "Jewel Lake", die "Raspberry Road" oder den "Hillside Drive". Suedlich der Stadt liegt die "Potter Marsh", ein Sumpfgebiet und der "Little Rabitt Creek Bluff Park". Wir gehen heute Abend voraussichtlich in einen Pub mit Beergarden und Livemusik, der den netten Namen "Moose's Tooth" traegt.
Apropos Moose, gestern haben wir etliche Elche gesehen und sind teilweise ganz dicht daran vorbeigefahren. Eine Elchkuh graste voellig unbeeindruckt weiter, wir haetten sie mit den Haenden greifen koennen, was wir natuerlich tunlichst vermieden. Gerade als wir dachte, dass sie dafuer wohl vom Fahrradverleiher bezahlt wurde, sichteten wir einen praechtigen maennlichen Elch mit grossen Geweih direkt vor uns neben dem Weg. Wir blieben stehen, er musterte uns und begann dann in leichtem Trab auf uns zuzukommen! Wir wollten schon die Fahrraeder wenden und die Flucht ergreifen, als wir merkten, dass er schraeg an uns vorbeizielte. Ein eindrucksvoller Anblick. Man konnte das Stampfen seiner Hufe hoeren und erahnen, wie schwer der Kerl war. Als er vorbei war, fuhren wir langsam weiter. Damit haben wir uns wohl absolut richtig verhalten, denn Elche werden hier als fast gefaehrlicher angesehen als Baeren. Vielleicht gerade weil die Leute denken, sie waeren harmlos und ihnen zu nahe kommen. Dass es allerdings Elche so nah bei der Stadt und bei dem Fluglaerm gibt, haetten wir nicht fuer moeglich gehalten.
Eben hat mich gerade die Housekeeperin fast zu Tode erschreckt, die ploetzlich in der Tuer stand. Erinnert man sich noch an meinen Housekeeping-Terror-Reisebericht in Boston? Der Terror ist ueberall...