3 Jahre in 3 Monaten |
15. Juli 2003
Heute haben wir erstmal unseren Aufenthalt in Anchorage auf eine Woche ausgedehnt. Schneller kommen wir hier diesmal nicht weg. Die Leute vom Motel waren so nett, uns noch nachtraeglich den Wochentarif zu geben, so dass wir fuer Anchorager Verhaeltnisse jetzt spottbillig wohnen.
Da die Hitze wieder fast unertraeglich wurde, sind wir einfach an den Krotzenburger See gefahren. Naja, fast jedenfalls. Der Goose-Lake verschaffte uns eine aehnliche Stimmung. Die Amis sind aber so sicherheitsverrueckt, dass man nur in einem kleinen abgegrenzten Bereich, in dem man noch nicht einmal richtig den Boden unter den Fuessen verliert, "schwimmen" darf und das auch nur unter strenger Aufsicht der Bademeisterin. Man koennte ja ertrinken. Ein Versuch abseits davon ins Wasser zu gehen, wurde durch eine strenge Ruege gestoppt.
Als wir von der Sonne und der Bademeisterin genug hatten, pilgerten wir in die Public Library ud haben mal wieder einen Schwung Fotos hochgeladen. Leider hatten wir keine Zeit mehr, sie in zeitlich richtiger Reihenfolge zu sortieren, oder Bildbeschreibungen zu verfassen. Die Fotos reichen vom Kajak fahren im Algonquin Nationalpark, Ontario bis zu Strandspaziergaengen in Homer, Alaska. Sie sind wieder nur eine relativ traurige Auswahl der Fotos, die wir tatsaechlich machen, weil die besten dann doch mit der analogen Kamera gemacht werden. Trotzdem viel Spass:
Die neuen Fotos sind in dem Ordner Fotos04.
Jetzt ist uns vor lauter Autoverkauf glatt entgangen, dass wir am 13. genau drei Monate unterwegs waren. Es ist kaum zu glauben. Allerdings haben wir machmal das Gefuehl, einige Ereignisse an der Ostkueste laegen schon drei Jahre zurueck. Ab und an zeigen wir Schwaecheerscheinungen, aber die laengeren Aufenthalte in letzter Zeit haben uns sehr gut getan und die Kenai-Halbinsel war einfach zu schoen, um ernsthaft Heimweh zu bekommen. Es ist ja nicht nur entspannend, so viel zu reisen. Wer sich das wie einen Pauschalurlaub vorstellt, liegt voellig falsch. Manchmal verbringt man mehr Zeit damit, die Weiterreise zu organisieren, einzukaufen, Waesche zu waschen, eine Unterkunft zu suchen und Essen zu verschaffen, als mit urlauben. Laengere Aufenthalte erhoehen den Urlaubsanteil, aber wir wollten ja Nordamerika durchqueren und bereuen es trotz mancher Widrigkeiten absolut nicht, es gemacht zu haben. Auch steht man durchaus mal unter Druck, im Moment natuerlich wegen des Autos, von dessen Verkauf alles Weitere abhaengt. Aber ein Jahr zu Hause zu bleiben, ware doch wohl tatsaechlich zu langweilig gewesen. Schliesslich wollen wir uns etwas von der Welt anschauen und einen Gletscher aus 20 Meter Entfernung kalben zu sehen, glaubt mir, das ist so manche Anstrengung wert.
Auf Hawaii werden wir zwar aller Voraussicht nach mehrer der Inseln besuchen, aber auf jeder laengere Zeit am selben Ort bleiben (wenn das moeglich ist) und Ausfluege unternehmen. Das wird also unserer Reise einen ganz anderen Charakter geben. Noch anders wird die erste Zeit in Australien, wo wir fleissig Peter, Kate und Sam auf den Wecker fallen werden. Wir freuen uns tierisch darauf und nach Melbourne zu kommen, einer Stadt, die wir schon ganz gut kennen, wir fast so sein, wie nach Hause zu kommen.
Heute Nachmittag hat sich der erste Interessent fuer den Jeep gemeldet! Wir treffen ihn morgen Abend, weil er erst morgen in Anchorage ist. Weiterhin Daumen druecken!