Zwischen Gletscher und Meer |
06. Juli 2003
Das war wieder ein Tag, der ausgefuellt war mit Bergen, Gletschern und Wasser. Nachdem wir Anchorage in suedlicher Richtung verlassen hatten, kamen wir sehr schnell in eine fjordartig gepraegte Landschaft. Die Strasse fuehrte direkt am Cook-Inlet entlang, das zu seinem Ende hin von Bergen eingerahmt wird. Unter uns fuhr die Eisenbahn noch naeher am Wasser, das fast bis an die Gleise zu reichen schien.
Da wo die Landbruecke zur Kenai-Halbinsel liegt, zweigte eine Strasse zum Portage-Glacier ab. Der Gletscher ist mittlerweile so weit zurueckgewichen, das er wesentlich weniger spektakulaer ist als noch im Reisefuehrer beschrieben. Da die Schwundrate 100 Meter pro Jahr betraegt ist das kein Wunder. Wir haben dann einen kurzen Spaziergang zum Byron-Glacier gemacht. Der Pfad fuehrte zuletzt ueber ein Geroellfeld bis direkt an den Gletscher, der zwar relativ klein ist, aber aus dessen Inneren ein Fluss entspringt. Dieser Fluss rauscht aus einer riesigen hoehlenartigen Oeffung des Gletschers. An anderer Stelle haben wir noch eine kleinere Hoehle gefunden, in die man sogar ein kleines Stueck reingehen konnte. Die Eiswaende ragten direkt vor uns auf und es ist schon ein tollen Gefuehl, einen Gletscher mit den Haenden zu stuetzen.
Weiter ging es nach Seward durch eine herrlich schneereiche Berglandschaft. Seward liegt nun wirklich direkt am pazifischen Ozean, der hier den Golf von Alaska bildet. So kommt also hier wieder ein Teil unserer Reise zu ihrem Abschluss. Im Arcadia Nationalpark in Maine haben wir uns vom Atlantik verabschiedet um nun hier den Stillen Ozean zu begruessen. Manchmal muss man innehalten, damit man realisiert, welche Strecke man zurueckgelegt hat.
Der Empfang haette besser nicht sein koennen. Seward ist ein netter kleiner Ort, der einerseits vom Fischfang und andererseits vom Tourismus lebt. So entsteht eine nette Mischung. Mehrere Gesellschaften bieten hier Touren zu den Fjorden und Gletschern des Kenai Fjords Nationalparks an. Wenn das Wetter mitspielt werden wir morgen natuerlich eine solche Tour machen. Daneben kann man beobachten, wie die Hobby- und Profi-Fischer stolz ihren Fang praesentieren und gleich an Ort und Stelle ausnehmen. Kyte hat spontan die Fischerin in sich entdeckt und gebannt zugeschaut, waehrend Rollie zwischen Faszination und Ekel schwankte aber heldenmuetig ein paar Fotos von riesenhaften, glubschaeugigen Fischen schoss. Die ganze Szenerie wird dann von schneebedeckten Bergen eingerahmt. Der Anblick der unzaehligen Boote und einem grossen Kreuzfahrtschiff im Hafen vor diesem Hintergrund ist dann endgueltig nicht mehr zu ueberbieten.
Was isst man hier Abends? Natuerlich, Fisch! Gott, war der koestlich! Danach entspanntes Verdauen im Jachthafen, der bis 21:30 Uhr in der prallen Sonne liegt. Rollie und Kyte haben schon mal die Boote gechecked, die sie dann morgen klauen werden. Die Auswahl faellt aber ausserordentlich schwer. Die Entscheidung wurde auf morgen vertagt.