Regenfahrt |
20. Juni 2003
Heute Morgen schuettete es dann aus allen Eimern. Die Wolken hingen so tief, dass wir sie fast greifen konnten und von den Bergen war nichts mehr zu sehen. Das enthob uns der Entscheidung, was wir um Jasper herum noch unternehmen sollten. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Weg nach Norden. Vancouver liessen wir dabei entgegen unseren Plaenen links liegen, weil wir es bei unserem Rueckweg von Alaska noch besuchen werden.
Die Fahrt war nicht sehr aufregend. Das Wetter aenderte sich kaum. Es gab keine besonderen Vorkommnisse, ausser der erstaunlichen Tatsache, dass man sogar von der Strasse aus Schwazbaeren zu Gesicht bekommt. Jedes Mal waren wir so schnell, dass wir schon vorbei waren, ehe wir sie richtig gesehen hatten. Manchmal entstehen ausserdem sehr gefaehrliche Situationen, wenn jemand eine Vollbremsung hinlegt, weil er ein Tier gesehen hat, dass natuerlich unbedingt abgelichtet werden muss. Am Anfang ging es uns ja auch so, aber mittlerweile reagieren wir etwas gelassener und fahren langam vorbei, wenn sich mal wieder ein Elch, ein Elk (Das ist irgendwie etwas anderes, aber auch kein Hirsch.), Rehe oder wie heute sogar eine Art Coyote zeigt. Baeren sind natuerlich immer noch etwas besonderers, aber man soll sie nicht zu sehr an Menschen gewoehnen und vor allen Dingen nicht zum Fotografieren aussteigen! Die sehen zwar nett aus und einige Leute denken wohl, sie seien es auch, aber man kann in tausend Broschueren und auf Schildern nachlesen, dass Baeren IMMER gefaehrlich sind. Aber Idioten, die das ignorieren, finden sich immer. Genau wie Deppen, die mit Badelatschen auf den Gletscher steigen. Man glaubt es kaum, aber gibt sie wirklich...
Die Stadt Prince George war dann so haesslich, dass wir beschlossen weiterzufahren. Hier sind wir jetzt in Mackenzie gelandet. Auch keine Weltstadt, aber es soll ja auch nur als Zwischenstop dienen. Morgen werden wir dann auf den Alaska Highway treffen, der uns dann bis Fairbanks bringen wird.
Die Frau hier beim Einchecken ueberhaeufte uns mit Tips, was wir auf dem Weg in den Yukon keineswegs entgehen lassen sollten. Dabei gestand sie uns, das "Tacker" das einzige deutsche Wort sei, dass sie kennen wuerde. Weil sie so stolz darauf war, bestaetigten wir ihr die ausserordentliche Wichtigkeit dieses Wortes.