Spaziergang auf einem Gletscher |
19. Juni 2003
Nach einer geruhsamen Nacht waren wir heute wieder uneingeschraenkt aufnahmefaehig. Highlight der vielen Stops, die wir auf dem Weg nach Jasper einlegten, war zweifellos der Spaziergang auf dem Athabasca-Gletscher. Er ist zwar nur eine kleine Zunge des Columbia-Icefields, auf das man leider keinen Blick erhaschen konnte, weil der Weg zu einem Aussichtspunkt gesperrt war, aber allein dieser Teil ist gewaltig. Dabei reicht sder Gletscher fast bis an die Strasse heran. Auf dem Weg dorthin, wird man daruber belehrt, wie der Gletscher wegen des Klimas immer weiter zurueckweicht und Schilder mit Jahreszahlen zeigen an, bis wohin er einstmals reichte. An der Gletscherzunge angekommen, fuehrt ein abgesteckter Weg auf den Schnee. Fast hat man das Gefuehl, auf einen weissen Ayers-Rock zu stiegen. Erst trauten wir uns nicht so recht, weil die Eiskruste nicht sehr vertrauenerweckend aussah, aber ein Hinweis in der Broschuere des Parks, ueberzeugte uns davon, dass der abgesteckte Bereich wohl sicher sein muesse. Dort stapften wir dann den Eisbuckel hoch, der sich abwechselnd als Schneefeld und dann wieder krustige Eisflaeche praesentierte. Oben hatte man unwahrscheinliche Blicke auf die Kante des Columbia-Icefields, die sich ueber uns zwischen zwei Bergspitzen ueber einen Sattel schob. Unvergesslich.
Den Rest muessen die Fotos erzaehlen. Leider habe ich die meisten Sachen hier mit meiner analogen Kamera geknipst, weil die Digi fuer solche Aufnahmen doch nicht so gut geeignet ist. Wir werden Euch eben dann, wenn wir zurueck sind, damit foltern muessen.
Apropos Fotos. Oben auf dem Gletscher probierten Rollie und Kyte ihre neue Tarnung als japanische Touristen aus. Dazu drueckten sie jedem vorbeikommenden Touristen die Kamera in die Hand und liessen sich pausenlos fotografieren. Die Tarnung war perfekt. Nach einer Weile waren sie so in ihrer Rolle aufgegangen, dass sie schon damit begannen, sich selbst gegenseitig zu fotografieren. Erst als der Film zu Ende war, fanden sie durch den Schock wieder zu sich selbst zurueck. Um ihre Rolle zu perfektionieren, beschlossen sie das naechste Mal ein Stativ mitzubringen und weisse Handschuhe zu tragen.
Jetzt sind wir in Jasper eingetroffen. Wir haben den Trans Canda Highway nun verlassen und fahren jetzt im wesentlichen nach Norden, um moeglichst bald nach Alaska zu kommen. Obwohl wir die letzte Zeit etwas schneller vorangekommen sind, denken wir immer oefter darueber nach, unsere Zeit hier zu verlaegern und den Flug nach Hawaii etwas nach hinten zu schieben. Aber mit der Entscheidung warten wir noch etwas. Hier in Jasper ist es uns endlich gelungen, bei Privatleuten unterzukommen. Es ist kein richtiges B&B, weil es kein Fruehstueck gibt, aber sonst ist es wie ein B&B. Die Leute sind sehr nett, wie ueberhaupt alle, denen wir hier im Westen Kanadas begegnet sind, und wir haben ein ausserordentlich geschmackvoll eingerichtetes Zimmer. Beste Voraussetzungen also, um auch die heutigen Eindruecke Revue passieren und sich setzten zu lassen.