Berufsunfaehigkeit und die Entdeckung von Winnipeg |
08. Juni 2003
Uns scheint mittlerweile sicher zu sein, dass die Idiotendichte in Nordamerika einfach groesser ist als zu Hause. Hier sind heute Sachen passiert, die auf den Begriff der Berufsunfaehigkeit ein gaenzlich neues Licht werfen. Eigentlich war gestern alles klar. Wir waren dabei als Maria, die kompetente Dame vom Empfang, mit Tracy in Sault Ste. Marie sprach und danach sollten unsere Unterlagen sofort abgeschickt werden. Da der Carrier sogar sonntags ausliefere, haetten wir unsere Papiere also eigentlich heute bekommen sollen. Pustekuchen. Wie sich herausstellte, liefert der Carrier doch nicht sonntags aus. Da wir sowieso heute Morgen wegen des ausgesprochen schoenen Wetters beschlossen hatten, einen Tag laenger zu bleiben, eigentlich kein Beinbruch. Bei einem erneuten Anruf in Sault Ste. Marie (Wir hatten schon so eine Ahnung.), stellte sich dann aber zu allem Ueberfluss noch heraus, dass Tracy die Unterlagen noch gar nicht abgeschickt hat, weil sie nicht wusste wohin! Ich musste an mich halten, um nicht in den Telefonhoerer zu beissen. Wie man nur so bescheuert sein kann! Nach einigem Hickhack wird der Brief jetzt Montag um 13:00 Uhr in Soo abgeholt (Sonntags ist natuerlich auch kein Senden moeglich) und soll dann Dienstag hier ankommen. Morgen rufen wir auf jeden Fall nochmal vor 13:00 Uhr und nach 13:00 Uhr dort an, weil es scheinbar nicht reicht, etwas fuenfmal zu sagen. Drueckt uns die Daumen. Ich befuerchte, das Thema ist noch nicht erledigt.
Um diesen Eintrag versoehnlich ausklingen zu lassen, sein gesagt, dass uns unsere Mittagstour durch den Stadtkern davon ueberzeugt hat, dass Winnipeg eine richtig nette Stadt ist. Endlich beginnen auch einige Sommeraktivitaeten. So spielte ein kleines Orchester in einem offenen Pavillion am Fluss und in einer Strasse in der Innenstadt stiessen wir auf ein Strassenfest mit Livemusik. Winnipeg ist eine recht gelungene Mischung aus alt und neu und hat sogar ein paar kleine Wolkenkratzerchen, die so etwas wie eine Skyline darstellen. Das Parlamentsgebaeude ist pompoes und liegt in einer Art Park. Davor demonstrierten ein paar Leute fuer die gleichgeschlechtliche Ehe, die hier im Moment ein Thema ist. Es war also ordentlich was los und das, obwohl Sonntag war und wir werden auch den Montag noch ueberstehen.
Am Nachmittag sind wir dann noch durch Little Italy geschlendert. Dabei haben wir auch ein paar abgelegene Strassen durchquert. Dort ist es dann ueberrschend still. Lange, gerade Strassen werden durch Alleen eingerahmt, deren Baeume sich die Aeste entgegenstrecken, so dass oft fast eine Art Tunnel entsteht. Dazwischen schmale Gassen, das allein schon eine Sensation fuer eine nordamerikanische Stadt.
Morgen werden wir weitere Erkundungen unternehmen, wenn meine Erkaeltung sich nicht verschlimmert. Wenigstens bleibt uns bei der ganzen unendlichen Geschichte mit unseren Papieren der Trost, dass Winnipeg um Laengen interessanter ist als Soo.