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Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn...

29. Mai 2003

Gott sei Dank habe ich heute Nacht in Espaniola nicht wie Don Quichotte gegen die ortsansaessige Papiermuehle (Papierfabrik heisst in englisch Papermill haben wir gelernt) gefochten, sondern recht gut geschlafen. Zum Fruehstueck genehmigte sich Kirsten Pancakes, von denen ich zu meiner Freude die Haelfte abbekam, weil die Dinger ganz schnell satt machen (oerps!).

Danach setzten wir wieder unsere Fahrt am Nordufer des riesigen Lake Huron fort und sind nun in Sault Ste. Marie gelandet. Da ich nicht weiss, was das "Ste." genau zu bedeuten hat, belassen wir es mal dabei. Hat irgendwas damit zu tun, dass es hier unheimlich heilig ist oder so. Das Staedtchen liegt ziemlich genau da, wo sich der Lake Huron und der Lake Superior die Haende schuetteln. Auf der gegenueberliegenden Seite liegt hier schon wieder die USA.

Die Fahrt selbst war ziemlich ereignislos. Wieder einmal mussten wir feststellen, dass unser Bild von Kanada von Bildbaenden oder Fernsehberichten stammt, die fast ausschliesslich Landschaften aus Nationalparks zeigen. Das geht sicher nicht nur uns so. Jeder hat wohl dieses Bild der sich unendlich erstreckenden Waelder und Seen vor Augen, wenn er an Kanada denkt. Das stimmt schon, es gibt dieses Bild. Der Algonquin Park kam dem zum Beispiel nahe. Aber das Land ist verdammt gross und so gibt eben auch Abschnitte, die vollkommen uninteressant sind.
Aber es war nicht alles uninteressant, kurz vor Sault Ste. Marie durchfuhren wir ein aeusserst liebliches Weideland mit Kuehen auf der Weide, Bauernhoefen, Baechen, Seen, haette auch irgendwo in Deutschland sein koennen...

Aber um es nochmal ganz klar zu sagen: Eventuelle Reisemuedigkeit tritt hoechstes temporaer auf. Wir geniessen unsere Reise uns wir sind immer noch neugierig darauf, was uns alles erwartet! Wer also schon befuerchtet hat, wir kaemen bald wieder, kann sich entspannt zuruecklehnen.

Unsere Autoverkaeufer aus Boston haben uns gemailt, dass der Titel, der uns als Besitzer festschreibt, und die Rechnung von der Versicherung angekommen sind. Wir haben heute angerufen und unsere derzeitige Adresse durchgegeben. Jetzt werden wir hier warten muessen, bis die Unterlagen angekommen. Macht aber nichts, weil das Motel und die Stadt eigentlich ganz nett sind.

Wenn wir auf die Karte schauen, dann wir uns ganz anders. Nicht einmal die Haelfte des Weges in den Westen haben wir bisher zurueckgelegt. Da steht uns noch eine ganze Menge Fahrerei bevor. Aber wir haben es ja nicht anders gewollt. Der naechste Nationalpark ist von hier aus nicht weit...